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Umweltminister Markus Söder kämpft für eine Vereinfachung des Genehmigungsverfahrens bei Windkraftanlagen.

Söder macht sich für Windkraft stark

München - Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) will große Teile des Freistaats prinzipiell für den Bau von Windkraftanlagen freigeben und Genehmigungsverfahren radikal vereinfachen.

“Wir haben in Bayern einen besonderen Nachholbedarf“, sagte er am Freitag in München. Darum sollen die Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen in Zukunft deutlich transparenter und kürzer werden. Die bisherigen Verfahren hätten “eher zur Verhinderung von Windkraftlagen beigetragen als zur Verstärkung“.

So sollen zum Beispiel zwei Prozent der bayerischen Landesfläche in Zukunft generell als positive und für die Anlagen wünschenswerte Flächen definiert werden. Die Fläche der absoluten “Tabu-Zonen“, die derzeit noch 37 Prozent des Staatsgebietes beträgt, soll auf zehn Prozent verkleinert werden. “Künftig ist auf 90 Prozent der bayerischen Landesfläche Windenergie grundsätzlich möglich“, sagte Söder.

Außerdem sollen Lärmgutachten nur dann noch nötig sein, wenn die Räder näher als 800 Meter an einem Wohnhaus stehen. Und auch in Sachen Naturschutz will Söder die Dinge für Bauherren von Windkraftanlagen einfacher machen. In Zukunft sollen nur noch die Tierarten - meistens sind es Vögel - überprüft werden, die überhaupt durch Windräder beeinträchtigt werden können. Das wären dann nur noch 26 Vogel- und acht Fledermausarten im Gegensatz zu 386 Tierarten, die heute auf der Prüfliste stehen.

Das Ziel der neuen Regelungen: Genehmigungsverfahren, die derzeit rund zehn Monate dauern, sollen so auf drei Monate verkürzt werden. Das Vorbild für den neuen Weg hat der Minister im Norden der Republik gefunden - in Schleswig-Holstein. Im Herbst will das Kabinett einen Winderlass verabschieden.

Laut Energiepapier der Staatsregierung soll bis zum Jahr 2021 zehn Prozent der Energie in Bayern aus Windkraft generiert werden. Dafür sind nach Angaben des Umweltministeriums bis zu 1500 neue Windräder nötig. Derzeit macht die Windenergie in Bayern nur ein Prozent aus. “Der Wind, der durch Bayern weht, ist eine bayerische Energiequelle“, betonte der Umweltminister.

dpa

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