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Söder über Laschet-Machtkampf: „Merkel hat mir in der Zeit den Rat gegeben, der Klügere ...“

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder leitet am 10. Mai 2021 die Sitzung des Ministerrats, die per Video-Schalte stattfindet.
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder leitet am 10. Mai 2021 die Sitzung des Ministerrats, die per Video-Schalte stattfindet. © Bayerische Staatskanzlei/Imago

Auf dem Ludwig Erhard Gipfel kommen bedeutende Meinungsmacher aus Politik und Wirtschaft zusammen. Markus Söder gibt bei der Eröffnung tiefe Einblicke.

München - „Ein Kompromiss, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, dass jeder meint, er habe das größte Stück bekommen“, sagte einst der deutsche Bundeskanzler und sogenannte „Vater“ des Wirtschaftswunders in den ersten Jahren der BRD. Auf dessen Erbe beruft sich der aktuell stattfindende jährliche „Ludwig-Erhard-Gipfel“ in München, auf dem Politiker:innen, Ökonom:innen und Gesundheitsexpert:innen aufeinander treffen. Auch genannt: Das „deutsche Davos“. In seinem Grußwort geht der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder auf eben jenes bekannte Zitat Ludwig Erhards ein: Die soziale Marktwirtschaft vereine die Freiheit des Einzelnen mit der Solidarität der Gemeinschaft.

Söder gab während seines Auftritts tiefe Einblicke in den Machtkampf mit Armin Laschet um die Kanzlerkandidatur der Union, seine Meinung zu den Grünen und seiner Rolle als „Grillmeister“.

Der Auftakt zur Bundestagswahl 2021 im Herbst war ein Wettkampf zwischen der CDU und seiner kleinen Schwesterpartei CSU. Zwischen Armin Laschet und Markus Söder, der während der Corona-Pandemie an bundesweiter Beliebtheit dazugewann und sich als entschlossener „Macher“ präsentierte. Zwischen Düsseldorf, Berlin und München. Über eine Woche lähmte das Tauziehen der beiden Politiker die Bundespolitik. Als angeschlagener Sieger ging aus dem Duell schließlich Laschet hervor. In aktuellen Umfragen befinden sich CDU/CSU auf einem Tiefstand, während die Grünen unter ihrer Kanzler:inkandidat:in Annalena Baerbock ein Höhenflug ereilt.

Markus Söder bei Ludwig Erhard Gipfel in München zu Laschet, den Grünen und Merkel Rat

Als Interview-Partner des Gipfels steht Markus Söder zu Beginn des Gipfels dem Verleger Wolfram Weimer Rede und Antwort. Der bayerische Ministerpräsident präsentiert sich locker und entspannt. Dabei sind die Themen explosiver Natur. „Haben Sie Armin Laschet schon gratuliert, Herr Söder?“, fragt der konservative Publizist den Bayer und sticht damit in das Wespennest, das Beobachter:innen aufgrund sinkender Umfragewerte der Union weiterhin brennend interessiert. Söder offenbart: „Die Bundeskanzlerin hat mir in der gesamten Zeit immer den Rat gegeben, der Klügere führt das nicht bis zum letzten“ und gibt Einblicke emotionaler Natur. Wie sehr ihn die Befürwortung seiner Person bei der K-Frage gerührt habe. Doch: „Armin Laschet hat meine 100-prozentige Unterstützung“. Es werde auch einen gemeinsamen Auftritt im Verlauf des Wahlkampfs geben.

Entschlossen weist er zurück, ob er nicht doch noch Kanzlerkandidat werde. „Es ist jetzt entschieden und gut so: Armin Laschet ist der gemeinsame Kanzlerkandidat.“ Zu den schärfsten Konkurrenten der CDU/CSU hat er einiges zu sagen. Während sich die Union unter Donnergrollen auf ihren Kanzlerkandidaten einigte, fiel die Entscheidung der Kandidatur im Dialog Robert Habecks und Annalena Baerbocks. Die Aufbruchsstimmung der Grünen wischte Söder mit der Bemerkung weg, die Grünen hätten sich nicht so gut auf den Wahlkampf vorbereitet, wie es erwartet wurde.

Söder mit scharfer Kritik an den Grünen: Boris-Palmer-Rauswurf und Streichung „Deutschland“

Als Indiz dafür nennt der CSU-Politiker den aktuell Wellen schlagenden Streit um den umstrittenen Grünen-Oberbürgermeister Tübingens, Boris Palmer. „Jemanden gleich ausschließen zu wollen, weil er eine andere Meinung hat“, findet Söder fragwürdig. Und auch die Ambition mancher Grünen, das Wort „Deutschland“ aus ihrem Wahlprogramm zu streichen. Sein Fazit: Die Idee der Grünen sei ja ganz spannend, aber ihnen in diesen schwierigen Zeiten die Macht zu übertragen, besser nicht. Hinter Baerbock und Habeck würden sowieso Anton Hofreiter und Jürgen Trittin „thronen“. Inhaltlich ist seine Einschätzung: „Die Grünen schlagen ein radikales Umweltprogramm vor, das kannst du nicht toppen. Die FDP schlägt ein radikales Wirtschaftsprogramm vor“ - es sei die Aufgabe der Union, den Spagat zu schaffen und beides miteinander zu verbinden: Wirtschaft und Klima.

Zum Schluss noch ein persönlicher Einblick in die Familie Söder: Seit Ausbruch der Pandemie habe er sich zu einem wahren „Grillmeister“ entwickelt, so der Politiker. Er habe damit seinen Schwiegervater beerbt. Nur: Schlanker mache das natürlich nicht. Zum Auftakt des bedeutenden Ludwig Erhard Gipfels präsentierte sich Markus Söder entschlossen, offen und mit Sticheleien gegen die größte Konkurrenz bei den anstehenden Bundestagswahlen: Die Grünen. (aka)

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