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Söder hat jetzt wohl Merz‘ Machtkampf entschieden - mit einem Hauch von Reue?

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Von: Georg Anastasiadis

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Markus Söder schicke Friedrich Merz einen Friedensgruß, kommentiert Georg Anastasiadis.
Markus Söder schicke Friedrich Merz im CDU-Machtkampf einen Friedensgruß, kommentiert Georg Anastasiadis. © Peter Kneffel/picture-alliance/Marcus Schlaf/fn

Den CDU-Parteivorsitz hat Friedrich Merz erobert, um den Fraktionsvorsitz tobt noch ein Machtkampf. CSU-Chef Markus Söder könnte ihn entschieden haben, kommentiert Georg Anastasiadis.

Nächste Woche wird der CDU-Parteitag Friedrich Merz – jetzt auch formal – zum Vorsitzenden wählen. Drei harte Anläufe hat der Sauerländer dafür benötigt.

Ein zweites, fast ebenso wichtiges Amt bekommt der 66-Jährige dagegen jetzt auf dem Silbertablett serviert, und zwar überraschend aus München: CSU-Chef Markus Söder dürfte mit seiner öffentlichen Festlegung, der CDU-Vorsitzende habe das erste Zugriffsrecht auf den Vorsitz der gemeinsamen Bundestagsfraktion von CDU und CSU, den Machtkampf zwischen dem bis März gewählten Ralph Brinkhaus und Friedrich Merz um die Rolle des Berliner Oppositionsführers entschieden haben.

Söder könnte Merz‘ Machtkampf mit Brinkhaus entschieden haben - es entbehrt nicht einer gewissen Ironie

Das ist richtig – die vom Wähler zerzauste Union braucht endlich wieder eine klare Führung und muss ihre verbliebenen Kräfte bündeln, statt die wenige Macht auch noch auf zu viele Schultern zu verteilen. Ohne die Bühne des Parlaments und ohne den Fraktionsapparat kann Merz den Anspruch der Union, Reserve-Kanzlerpartei zu sein, nicht formulieren. Aber es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: 2002 war es CSU-Chef Edmund Stoiber, der nach der damaligen Unions-Wahlniederlage den Streit zwischen Merkel und Merz um den Fraktionsvorsitz entschied – gegen Merz, der sich daraufhin tief enttäuscht aus der Politik zurückzog.

Söders Parteinahme ist als Versöhnungsangebot an Merz zu verstehen, der damals im Team Laschet war und mit dem es im Bundestagswahlkampf ernsthafte Auseinandersetzungen gab. Darunter will der CSU-Chef nun einen Schlussstrich ziehen, und er garniert diesen mit dem schillernden Satz, das Jahr (des Unionsstreits) 2021 dürfe sich nicht wiederholen. Das erinnert an Merkels berühmt gewordenen Ausspruch über das Migrationsjahr 2015. Wer mag, kann daraus auch einen Hauch von Reue lesen.

Georg Anastasiadis

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