Flughafen München

Söder: Ohne 3. Startbahn gehen „tausende Arbeitsplätze verloren“

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Finanzminister Markus Söder hat sich via Facebook für eine dritte Startbahn am Münchner Flughafen ausgesprochen. Ohne den Bau könnten tausende Arbeitsplätze verloren gehen.

München - Die Debatte um den Bau einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen geht weiter. In einem Facebook-Post äußerte sich nun Finanzminister Markus Söder, der auch Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft FMG ist, und positionierte sich klar als Befürworter des Bauprojekts.

Via Facebook schrieb Söder: „Gutachten zeigt: Der Münchner Flughafen braucht die 3. Startbahn.“ Die Passagierzahlen würden stetig steigen und die „Kapazitäten sind bald erschöpft“, heißt es in dem Post weiter. Dadurch könnte es langfristig auch zur „Abwanderung des Drehkreuzes“ kommen, wodurch „tausende Arbeitsplätze verloren“ gehen würden. Im Gegenzug würde der Neubau einer dritten Startbahn „15.000 Arbeitsplätze neu geschaffen“, schrieb Söder.

Am Sonntag hatten sich auf Einladung von Ministerpräsident Horst Seehofer Teile des Kabinetts zu einer Sondersitzung in München getroffen. An dem Treffen hatte auch Markus Söder teilgenommen. Neben dem möglichen Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in Großstädten war auch der Bau einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen ein Thema. Am Morgen nach dem Treffen folgte nun der Facebook-Post von Markus Söder.

Mit dem „Gutachten“, das Söder darin anspricht, könnte er sich auf eine Analyse beziehen, die Ministerpräsident Horst Seehofer vor dem Treffen am Sonntag von ihm erbeten hatte. Seehofer hatte bereits im Vorfeld des Treffens gesagt, dass der Flughafen „im Prinzip eine dritte Startbahn“ brauche. Ein Treffen Seehofers mit Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist angekündigt, ein Termin aber noch nicht bekannt.

Kommt ein neuer Bürgerentscheid?

Hintergrund ist, dass eine stark steigende Zahl der Flüge am Münchner Flughafen einen erneuten Bürgerentscheid rechtfertigen könnte. Aktuell blockiert die Stadt als kleinster Anteilseigner des Flughafens den Bau, da die Münchner den Bau einer dritten Startbahn in einem Bürgerentscheid im Jahr 2012 abgelehnt hatten.

Der Flughafen könnte die knapp 1,6 Milliarden teure neue Startbahn selbst bezahlen, eine Baugenehmigung liegt vor und Gerichte haben alle Klagen gegen den Bau abgewiesen. Nur die Politik zögert noch.

In den vergangenen Monaten hatten Startbahn-Befürworter den Druck auf die Politik erhöht. Siemens-Chef Joe Kaeser sagte bereits im Februar gegenüber dem vbw-Unternehmermagazin: „Wir als Unternehmen benötigen die dritte Startbahn in München nicht unbedingt. Denn wir haben immer Alternativen und gehen dann eben woanders hin, wenn wir diese Infrastruktur mehr benötigen, als sie vorhanden ist.“ Markus Söder könnte in seinem Post auf diese oder ähnliche Drohungen Bezug genommen haben.

rjs

Rubriklistenbild: © Facebook / Markus.Soder.75

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