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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

SPD steht auf Seite der Kanzlerin

Soli-Streit: Schäuble versucht ein Machtwort

Berlin - Im Wahlkampf wettert die FDP weiter gegen den Solidaritätszuschlag. Finanzminister Schäuble hält von Abbau-Plänen allerdings wenig. Unterdessen schlägt sich die SPD auf die Seite der Kanzlerin.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Forderungen der FDP nach einem schnellen Abbau des Solidaritätszuschlags abgelehnt. „Vertrauen und Verlässlichkeit sind in der Politik wichtig. Es gilt, was vereinbart ist“, sagte Schäuble der „Rheinischen Post“ vom Donnerstag. „Der Solidarpakt II läuft bis 2019. Was danach, also in der übernächsten Legislaturperiode passiert, wird sicherlich ein Thema der nächsten Legislaturperiode sein, für die wir im September das neue Parlament wählen.“

Rösler bekräftigt "Wenn nicht jetzt, wann dann..."-Forderung

Die FDP ist die einzige Partei, die den Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer alternativlos abschaffen will. Unter Verweis auf die hohen Steuereinnahmen fordern die Liberalen, den Soli bereits in der kommenden Legislaturperiode schrittweise zu verringern. „Wann sollen wir beim Solidaritätszuschlag den Anfang vom Ausstieg wagen, wenn nicht jetzt in Zeiten von Rekordsteuereinnahmen“, bekräftigte FDP-Chef Philip Rösler in der „Passauer Neuen Presse“ vom Donnerstag die Haltung seiner Partei.

Die Abgabe war 1995 von der CDU/CSU-FDP-Regierung unter Kanzler Helmut Kohl eingeführt worden, um die Belastung durch die deutsche Einheit abzufangen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt deutlich gemacht, dass die Union am Solidaritätszuschlag auch nach 2019 festhalten will. Der Staat brauche das Geld, um etwa in die Infrastruktur oder in Bildung zu investieren. Anders als beim Solidarpakt sei dies dann aber nicht mehr von der Himmelsrichtung abhängig, betonte Merkel.

SPD auf Seite der Kanzlerin: Soli-Geld muss dahin, wo es Probleme gibt

Zustimmung erhält die Kanzlerin dabei aus den Reihen der SPD. Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid spricht sich dafür aus, finanzielle Fördermittel künftig in ganz Deutschland einsetzen. „Eine Neuordnung der Regelungen für den Solidarpakt muss möglichst bald angepackt werden“, sagte Schmid der Zeitung „Die Welt“. „Finanzielle Hilfen müssen dahin gelangen, wo die Probleme sind - unabhängig davon, ob es im Osten oder Westen der Republik ist.“

Zuvor hatten sich mehrere Länder-Finanzminister dafür ausgesprochen, die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag auch für westdeutsche Bundesländer einzusetzen. Der Finanzminister Nordrhein-Westfalens, Norbert Walter-Borjans (SPD) hatte vorgeschlagen, mit dem Soli die Entschuldung der Bundesländer voranzutreiben.

dpa

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