Sebastian Horsch

Drohende Katastrophe in Ostafrika

Kommentar: Der Hunger treibt zur Flucht

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In Somalia sind mehr als 70.000 Kinder für eine Flucht schon zu schwach. Nur eine sofortige Behandlung kann sie noch retten. Etwas weiter westlich – im Südsudan – verlässt fast eine ganze Generation das Land.

Mehr als eine Million Kinder sind bereits vor Hunger und Gewalt geflohen. Zustände, die für Europa als gefragtes Flüchtlings-Ziel nicht allein ein moralisches Problem sind.

Ganz sicher sind nicht alle Migranten, die die Flucht übers Mittelmeer antreten, vor einer Dürre geflohen. Eine Studie des UN World Food Programme zeigt aber, wie stark Hunger Menschen zur Flucht antreibt. Steigt die Zahl hungerleidender Menschen in einer Bevölkerung um ein Prozent, verlassen 1,9 Prozent mehr Menschen in dieser Bevölkerung ihre Heimat. Zudem ist Nahrungsmangel für viele bereits Aufgebrochene ein Grund, ihre Flucht fortzusetzen. Und: Fehlende Ernährungssicherheit ist eine Ursache für bewaffnete Konflikte – die dann wiederum zum Fluchtgrund für Tausende werden.

Mitmenschlichkeit sollte für die internationale Gemeinschaft als Argument ausreichen, um in Ostafrika die Wiederholung der Dürre-Katastrophe von 2011 zu verhindern, die hunderttausende Leben kostete. Falls nicht, hilft vielleicht die Einsicht, dass am Anfang so vieler Fluchtbewegungen der Hunger steht.

Sie erreichen den Autor unter Sebastian.Horsch@merkur.de

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