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9. Mai im Blick: Putin-Zeitplan gescheitert? Experten rechnen nun mit neuer Eskalation

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Von: Linus Prien

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Der 9. Mai ist für Russland ein zentrales Datum. Mit einem Sieg in der Ukraine wird es aber wohl nichts – Experten rechnen mit einer Planänderung Wladimir Putins.

London – Am 9. Mai könnte Russland laut einer Expertenthese im Ukraine-Konflikt eine weitere Eskalationsstufe einleiten. Viele Beobachter - aber auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron - waren davon ausgegangen, dass der russische Präsident Wladimir Putin am russischen Nationalfeiertag den Sieg über die Ukraine ausrufen will. Experten vom „Royal United Services Institute“ (RUSI) in London jedoch eine andere Theorie entwickelt, wie Focus Online berichtet: Am 9. Mai werde Putin eine Großoffensive in der Ukraine ankündigen, heißt es aus der britischen Hauptstadt.

Ukraine-Krieg: Putin vor neuer Eskalation? Die Bedeutung des 9. Mai für Russland

Der 9. Mai ist für den Kreml ein symbolträchtiges Datum: Traditionell feiert Russland den Sieg der Roten Armee über das nationalsozialistische Deutschland. Im Krieg gegen die Ukraine scheint es so, als wolle der Kreml mit seiner Propaganda Erinnerungen an diesen Teil der Historie des Landes erwecken.

Immer wieder werden die Ukraine und ihre Regierung als „nazistisch“ diffamiert. Unlängst ließ der russische Generalmajor Rustam Minnekajew laut russischen Nachrichtenagenturen verkünden, dass Russland wie schon im Zweiten Weltkrieg derzeit „gegen die ganze Welt“ kämpfe. „Damals war ganz Europa, der ganze Planet gegen uns. Jetzt ist es das Gleiche, sie haben Russland nie gemocht.“

Ukraine-Krieg: Von der russischen „Spezialoperation“ zum „Krieg“?

Ein militärischer Sieg bis zum russischen Feiertag scheint jedoch nicht mehr realistisch, wie Militärexperten bereits analysiert hatten. Fachleute des RUSI gehen nun davon aus, dass Putin sich nicht demütigen lassen und seiner Bevölkerung nicht mit leeren Händen entgegentreten wird. Stattdessen soll eine neue Offensive angekündigt werden: „Der 9. Mai hat sich von einer Deadline für den Sieg in einen Beginn einer riesigen Mobilisierung gewandelt.“

Dem Bericht zufolge führten die Forscher weiter aus: Die russische Regierung habe erkannt, dass die militärischen Ziele des Kremls zeit- und materialintensiver seien, als bisher gedacht. Dies spreche für eine russische Großoffensive im Sommer: „Der 9. Mai könnte der Tag sein, an dem die russische Führung nicht mehr von einer ‚militärischen Spezialoperation‘ spricht, sondern von ‚Krieg‘.“

Auch Berichte des Thinktanks „Zentrum für europäische politische Analyse“ (CEPA) deuten darauf hin, dass die Militär-Elite in Russland weitreichendere militärische Handlung vom Kreml-Chef fordert. (lp/AFP)

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