Emilia Müller ist künftig für Arbeit und Soziales zuständig

Soziales: Und noch eine Bewährungsprobe

München - Böse Zungen wollten schon eine Vermisstenanzeige aufgeben: Da zerlegte die Finanzkrise die Eurozone fast in ihre Einzelteile – nur aus der bayerischen Staatskanzlei war wenig bis nichts zu hören. Emilia Müller, bislang für Europa zuständig, wechselt ins Sozialministerium.

Nur zur Erinnerung: Dort saß in den vergangenen fünf Jahren – Tür an Tür mit dem Ministerpräsidenten – eine Ministerin, die explizit für Europa zuständig war. Doch von Emilia Müller, die ihre Karriere einst im Europaparlament begonnen hatte, ist kein relevanter Beitrag zu den europäischen Schicksalsfragen überliefert.

Nur die Frauenquote und der Regionalproporz machen es möglich, dass die 62-Jährige im Arbeits- und Sozialministerium eine weitere Bewährungsprobe bekommt. Schon im Wirtschaftsministerium war sie zuvor verhältnismäßig blass geblieben. In ihrem neuen Haus an der wenig repräsentativen Winzererstraße in der Maxvorstadt tritt die Oberpfälzerin in die Fußstapfen von Christine Haderthauer, die bis zuletzt mit der Materie gefremdelt hatte. Müller könnte hier neue Akzente setzen und vor allem den Ton ändern.

Doch auch Müller eilt der Ruf eines eher nüchterner Politikstils voraus – eine fürsorgliche Amtsführung wie bei den Vorgängerinnen Barbara Stamm und Christa Stewens ist von ihr nicht zu erwarten. Vielleicht kann sie ja auf anderen Feldern Akzente setzen: Zum Ressortzuschnitt gehört künftig auch die Integrationspolitik.  

mik

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