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Die bayerischen Universitäten warnen vor einem Absturz ins wissenschaftliche Mittelmaß und fordern Milliardeninvestitionen. Nun reagiert Wissenschaftsminister Spaenle.

Im Bildungsministerium

Spaenle kündigt "politischen Kassensturz" an

München - Die bayerischen Universitäten warnen vor einem Absturz ins wissenschaftliche Mittelmaß und fordern Milliardeninvestitionen. Nun reagiert Wissenschaftsminister Spaenle.

Schul- und Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle kündigt einen „politischen Kassensturz“ in seinem Haus an. Damit will der CSU-Politiker klären, wo es im Bildungsbereich Nachbesserungsbedarf gibt. Spaenle will zudem das Gespräch mit den bayerischen Uni-Präsidenten suchen, die vor einem wachsenden Rückstand der bayerischen Hochschulen zur internationalen Spitze warnen und Milliardeninvestitionen fordern. „Ich habe für alle Bereiche des großen Hauses, nämlich für die Bildung von der Grundschule bis zur Universität, eine Status Quo-Analyse angeordnet - wir machen einen politischen Kassensturz“, sagte Spaenle der Nachrichtenagentur dpa. „Anschließend werden wir die Bereiche benennen, in denen wir uns noch stärker anstrengen müssen.“

Ministerpräsident Horst Seehofer hatte Schul- und Wissenschaftsministerium bei der Regierungsbildung zusammengelegt und Spaenle die Verantwortung für das neue Großministerium übertragen. Die Forderungen der Unipräsidenten seien für ihn eine Gesprächsgrundlage, sagte Spaenle. „Was mich wundert, ist eine gewisse Verzagtheit im Gesamtduktus des Papiers.“ Die Hochschulpräsidenten hatten vergangene Woche beklagt, Bayern sei bereits hinter Baden-Württemberg zurückgefallen, und der Abstand zu den führenden Forschungsregionen der Welt in den USA, China, Japan und Großbritannien werde größer.

„Was die Universitäten betrifft,so trägt der Vergleich des deutschen mit dem US-Hochschulsystem nur sehr bedingt“, sagte Spaenle dazu. „Bei uns stehen erhebliche Mittel für die außeruniversitäre Forschung zur Verfügung, die in den USA in die Universitäten integriert ist.“

Im europäischen Vergleich liege die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität unter den ersten zehn, und in Deutschland seien die bayerischen Universitäten vorn bei der Vergabe von Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG. „Wir haben auch ein sehr gutes Betreuungsverhältnis an den Universitäten, es ist auch besser als das in Baden-Württemberg: bei uns kommt ein Dozent auf gut 15 Studierende.“

Nachholbedarf räumt Spaenle beim Etat für die Hochschulbauten an. Die Unipräsidenten hatten eine Verdreifachung des jährlichen Budgets für den Bauunterhalt gefordert. „Bei den Hochschulgebäuden in Bayern geht es um insgesamt drei Millionen Quadratmeter Fläche“, sagte Spaenle dazu. „Dazu haben wir ein Programm von vier Milliarden Euro aus der Amtszeit von Thomas Goppel, in dessen Rahmen wir 400 Millionen Euro pro Jahr für Baumaßnahmen und Erhalt ausgeben können. Da müssen wir sehen, ob wir etwas bewegen können“, sagte der Wissenschaftsminister. „Ob das schon im Nachtragshaushalt für 2014 oder im nächsten Doppelhaushalt 2015/2016 sein wird, kann ich jetzt noch nicht sagen.“

dpa

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