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Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU).

Gymnasium

Spaenle steuert auf Weiterentwicklung des G8 zu

München - Nach dem Scheitern des G8/G9-Volksbegehrens der Freien Wähler steuert die Staatsregierung immer deutlicher auf eine Weiterentwicklung des achtjährigen Gymnasiums anstelle einer Rückkehr zum G9 zu.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) betonte am Montag bei einem Dialogforum in München, der Lehrplan des Gymnasiums solle inhaltlich den Umfang von acht Schuljahren behalten. Aus Spaenles Sicht ist die Frage nach der Dauer des Gymnasiums auch nicht die entscheidende: „Für mich ist das ein scheinbarer Widerspruch, acht oder neun Jahre.“ Die Bildungspolitik müsse eine Antwort auf die unterschiedliche Zusammensetzung der Schülerschaft geben.

Spaenle will seinen Vorschlag für die Zukunft des bayerischen Gymnasiums nach den Sommerferien vorlegen. Ministerialdirigent Walter Gremm - Leiter der Gymnasialabteilung - räumte ein, dass der von Spaenle gestartete Dialog nicht zu einer Annäherung der unterschiedlichen Standpunkte pro und kontra G8 oder G9 geführt habe: „Es konnte niemand dazu bewegt werden, die weiße Fahne zu hissen.“

Lehrer und Kommunen erhoffen sich schnelle Klarheit von Spaenle, wie es nun weiter gehen soll: „Wir wissen immer noch nicht, von welchem System aus wir denken sollen“, sagte Max Schmidt, Präsident des bayerischen Philologenverbands und G9-Befürworter. „Wir hätten gern möglichst bald Planungssicherheit“, forderte Richard Reisinger (CSU), Landrat von Amberg-Sulzbach.

Die Direktorenvereinigung der bayerischen Gymnasien sieht ein G9 nach wie vor skeptisch: „Ich habe Sorge, dass eine Einführung des neunjährigen Gymnasiums von allen anderen wichtigen Fragen ablenkt“, sagte deren Vorsitzender Karl-Heinz Bruckner. Auch die Landeselternvereinigung der bayerischen Gymnasien ist pro G8: „Die Schulen, die es gut umsetzen, wundern sich, dass wir immer noch über die Schulzeit reden“, sagte LEV-Vertreterin Susanne Arndt.

dpa

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