Jens Spahn
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Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen bundesweit zu Beginn voraussichtlich zwischen fünf und acht Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Foto: Federico Gambarini/dpa-Pool/dpa

Millionen Schnelltests

Spahn: Corona-Impfung kann bald starten

Die Corona-Beschränkungen in Deutschland gehen in die Verlängerung - im Dezember gelten nun teils sogar strengere Vorgaben. Zugleich kommen erhoffte baldige Fortschritte bei Impfstoffen in den Blick.

Düsseldorf (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass zum Jahreswechsel mit ersten Corona-Impfungen begonnen werden kann.

Erste Priorität hätten Ältere, Personen mit Vorerkrankungen, Beschäftigte in der Pflege und in Krankenhäusern sowie Menschen, die die öffentliche Ordnung aufrechterhalten, sagte Spahn in Düsseldorf.

Einige wollten unbedingt zuerst geimpft werden, andere hätten Sorgen, sagte Spahn. Deswegen seien die Impfungen «ein Angebot». Bundesweit stünden zu Beginn voraussichtlich zwischen fünf und acht Millionen Impfdosen zur Verfügung - davon etwa eine Million für das bevölkerungsreichste Bundesland NRW.

Außerdem habe Deutschland sich monatlich mehr als 60 Millionen Corona-Schnelltests gesichert. Dies sei durch «Garantie-Verträge» mit großen Produzenten und Lieferanten gewährleistet worden, sagte der Minister. Dennoch müsse zunächst noch von einem Engpass bei Schnelltests ausgegangen werden. «Umso mehr Schnelltests zur Verfügung stehen in den unterschiedlichen Lebensbereichen, desto besser.»

Forschungsministerin Karliczek warb um Vertrauen im Zusammenhang mit der schnellen Entwicklung von Impfstoffen. Bei aller Geschwindigkeit blieben die Prüfungsmaßstäbe auf dem hohen Niveau, das auch sonst bei der Zulassung von Impfstoffen angelegt werde. Sie kündigte zudem eine Informationskampagne an. Die Bundesregierung werde alles unternehmen, um über Vorteile einer Impfung aufzuklären - aber auch über mögliche Nebenwirkungen. «Und um es noch einmal deutlich zu sagen: Die Impfung bleibt freiwillig. Wer sich impfen lässt, schützt sich aber nicht nur selbst, sondern tut auch etwas für die Gemeinschaft.»

Um die hohen Infektionszahlen unter Kontrolle zu bekommen, gelten die im November verhängten Schließungen zahlreicher Einrichtungen auch im Dezember weiter. Die maximale Kundenzahl in großen Geschäften wird seit Dienstag stärker beschränkt, private Zusammenkünfte sind nun auf fünf Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt begrenzt. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit. Im November waren meist noch Treffen mit bis zu zehn Personen aus zwei Haushalten erlaubt. Vom 23. Dezember bis zum 1. Januar sollen verschärfte Kontaktbeschränkungen aber über die Weihnachtstage wieder vorübergehend gelockert werden.

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland lag am Dienstag auf dem Niveau der Vorwoche. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab 13.604 Fälle binnen 24 Stunden bekannt, am Dienstag zuvor waren es 13.554 gewesen. Eingesetzt werden können künftig mehr Schnelltests, wie eine neue Verordnung von Spahn vorsieht, die an diesem Mittwoch in Kraft treten soll. In Pflegeheimen und Kliniken sind demnach künftig bis zu 30 statt bisher 20 Tests pro Monat und Bewohner oder Patient möglich. Einzusetzen sein sollen Schnelltests - nach einem Infektionsfall - künftig etwa auch in Schulen.

Für Rückkehrer aus Risikogebieten im Ausland sollen Corona-Tests nach der Einreise ab 16. Dezember nicht mehr kostenlos möglich sein. Bei Schnelltests müssen Proben zum Auswerten nicht ins Labor. Diese Antigen-Tests, die medizinisch geschultes Personal abnehmen muss, gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests.

© dpa-infocom, dpa:201201-99-533441/3

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