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Spahn in direkter Konfrontation mit Impfgegnern: „Herrgott, bleiben wir doch bei der Wahrheit“

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Von: Felix Durach

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Mit einer beherzten Ansprache hat Gesundheitsminister Jens Spahn für Aufsehen gesorgt, nachdem er am Freitag von mehreren Impfgegnern in die Enge gedrängt wurde.

Kirchen – Am Freitag stattete Gesundheitsminister Jens Spahn dem Krankenhaus in Kirchen (Rheinland-Pfalz) einen Besuch ab. Vor dem Krankenhaus wurde der CDU-Politiker von mehreren Bürgerinnen und Bürgern zur Rede gestellt, die sich mit dem 41-Jährigen über ihre Abneigung gegenüber den Coronavirus-Impfungen unterhalten wollten. Dabei wurde Spahn von den Anwesenden hart angegangen.

Coronavirus: Spahn wird von Impfgegnern konfrontiert und schlägt rauen Ton an

„Wir haben einen Impfstoff, der zugelassen ist in einem Verfahren der Europäischen Arzneimittelagentur“, beginnt der Gesundheitsminister seine Antwort über die Sicherheit der Impfstoffe, ehe er von den Anwesenden mit dem Zwischenruf „bedingt zugelassen“ unterbrochen wird.

Daraufhin schlägt der sichtlich gereizte Spahn einen raueren Ton in seiner Antwort an „Nein, es ist eben keine, Herrgott Leute, wenn, dann bleiben wir doch bei der Wahrheit. Die USA, das Vereinigte Königreich haben Notzulassungen gemacht. Wir haben uns in Europa sehr bewusst für eine ordentliche Zulassung entschieden“, verteidigt Spahn den Weg der Bundesregierung.

Spahn gibt Impfgegnern Contra: „Vielleicht schauen wir einfach mal auf die Fakten“

Auf erneute Einwürfe verteidigt der Gesundheitsminister auch die bedingte Zulassung des Impfstoffs. „Es ist eine ordentliche Zulassung, die Bedingungen hat. Aber es ist eine ordentliche Zulassung.“ An der Bedingung will Spahn nichts Negatives erkennen: „Bedingt heißt eines: Dass der Hersteller tatsächlich – und das ist ja das, was sie zurecht auch verlangen – weitere Studien machen muss, auch tatsächlich im Alltagsgeschehen und im Versorgungsgeschehen. Es ist aber trotzdem eine ganz normale Zulassung.“

Auch auf die Bedenken und Vorwürfe, die vor allem in der Impfgegner- und Querdenker-Szene erhoben werden, reagiert Spahn daraufhin mit deutlichen Worten. „Wir haben mittlerweile auf der Welt hunderte Millionen Impfungen, auch mit Biontech. Wenn all das, was in den WhatsApp-Gruppen immer behauptet wird, dann wirklich passieren würde, dann hätte es schon längst passieren müssen nach so vielen Impfungen. Vielleicht schauen wir einfach mal auf die Fakten, anstatt auf das, was in der WhatsApp-Gruppe steht“, so Spahns deutlicher Vorwurf.

Spahn über Corona-Impfungen: „Sie brauchen nicht auf mich zu hören“

Zum Ende der Konfrontation wird Spahn noch gefragt, warum man in Bezug auf eine Impfung denn auf ihn hören sollte, woraufhin Spahn energisch antwortet. „Weil Sie am besten gar nicht mir glauben, das tun Sie eh nicht. Sondern einfach auf die Wissenschaftler, auf die Ärzte und auf die Forscher hören. Sie brauchen nicht auf mich zu hören, Sie müssen mir nicht mehr glauben, Sie müssen mir nicht mal mehr zuhören. Hören Sie einfach auf die Ärztinnen und Ärzte.“

Allein in Deutschland wurden bislang über 105 Millionen Impfdosen an die Bevölkerung verabreicht. Damit haben 67,1 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten. 62,9 Prozent der Gesamtbevölkerung gelten als vollständig geimpft. Mittlerweile reicht auch eine Impfung bei Personen, die eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben, aus, um als vollständig geschützt zu gelten. (fd)

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