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Grab des ehemaligen spanischen Diktators Francisco Franco in der Basilika im Tal der Gefallenen bei El Escorial. Foto: Andrea Comas/AP

Debatten um Mausoleum

Spaniens Kabinett beschließt Dekret zur Umbettung Francos

Seit über 40 Jahren liegen die Gebeine des faschistischen Diktators Franco in einem riesigen Mausoleum nordöstlich von Madrid begraben. Die Anlage gilt bis heute als Pilgerstätte für Anhänger des Diktators und Rechtsextreme. Spaniens Regierung will die Gebeine jetzt umbetten.

Madrid (dpa) - Das spanische Kabinett hat am Freitag ein Dekret beschlossen, mit dem die Umbettung der Gebeine des faschistischen Diktators Francisco Franco (1892-1975) erleichtert werden soll.

Dieses sieht die Änderung eines bestehenden Gesetzes vor, um die Pläne zu legalisieren und juristischen Widerstand vor allem der Familie Franco aus dem Weg zu räumen. Allerdings muss das Dekret noch vom Parlament verabschiedet werden. Dies soll voraussichtlich im September geschehen.

Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez hatte sich bereits kurz nach seiner Amtsübernahme im Juni für eine baldige Exhumierung Francos ausgesprochen, der seit über 40 Jahren in einem riesigen Mausoleum nordöstlich von Madrid begraben liegt. Die Anlage mit ihrem 155 Meter hohen Kreuz gilt bis heute als Pilgerstätte für Anhänger des Diktators und Rechtsextreme.

Vize-Regierungschefin Carmen Calvo sagte nach der Kabinettssitzung mit Blick auf das Dekret: "Wir tun dies, weil wir an die Zukunft denken und an die jüngeren Menschen, damit diese bessere ethische und moralische Bedingungen vorfinden und so etwas nie wieder passiert." Das Dekret solle für ein Jahr gelten, was genügend Zeit sei, um die Umbettung durchzuführen.

Das Vorhaben war bisher an juristischen Fragen und dem Widerstand der Familie gescheitert. Sowohl die konservative Volkspartei (PP) als auch die liberalen Ciudadanos haben angekündigt, das Dekret im Parlament nicht zu unterstützen. PP-Chef Pablo Casado nannte es "unverantwortlich, bereits geheilte Wunden wieder aufzureißen". Es gilt aber als wahrscheinlich, dass Sánchez mit Hilfe kleinerer Parteien die nötige einfache Mehrheit erhält.

Die Debatten um das Mausoleum, das von 1940 bis 1959 von 20.000 republikanischen Zwangsarbeitern in den Fels getrieben wurde, dauert seit Jahrzehnten an. Neben Franco sind hier mehr als 30.000 Kämpfer und Soldaten begraben, die auf beiden Seiten des Spanischen Bürgerkriegs (1936-39) gefallen waren.

Tweet der Regierung

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