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Sigmar Gabriel will die Ganztagsschule.

FDP kritisiert "Kuschelpädagogik"

SPD-Chef Gabriel will Hausaufgaben abschaffen

Berlin - SPD-Chef Sigmar Gabriel ist mit dem Vorstoß auf Kritik gestoßen, Hausaufgaben abzuschaffen und die Aufgaben stattdessen in Ganztagsschulen während der Schulzeit zu erledigen.

Politiker von Union und FDP warfen Gabriel deswegen am Sonntag eine leistungsfeindliche Einstellung vor. Gabriel hatte seinen Vorstoß in der Koblenzer "Rhein-Zeitung" vom Samstag mit dem Ziel größerer Chancengleichheit zwischen Kindern unterschiedlicher Herkunft begründet.

"Ich bin dafür, dass man Hausaufgaben abschafft", sagte Gabriel der "Rhein-Zeitung". Es sei ungerecht, "dass Eltern, die Akademiker sind, ihren Kindern bei der höheren Schulbildung einfacher helfen können als Eltern, die nicht studiert haben", argumentierte der SPD-Chef. Deshalb sollten die Aufgaben während der Schulzeit erledigt werden und nicht im Elternhaus. Gabriel bekräftigte auch die SPD-Forderung nach einem Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte dazu der "Welt am Sonntag", Gabriel stehe für eine "Kuschelpädagogik" und sei gegen Leistung. Familienministerin Kristina Schröder sagte demselben Blatt: "Statt Hausaufgaben abzuschaffen, sollte Herr Gabriel lieber seine SPD-Ministerpräsidenten zur dauerhaften Anstellung der vorhandenen Schulsozialarbeiter verpflichten."

afp

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