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Florian Pronold

Mitglieder stimmen über neuen Landesvorsitzenden ab

SPD-Chef Pronold: „Die Kritik lässt einen nicht kalt“

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Die Mitgliederbefragung der SPD für den neuen Landesvorsitz hat begonnen. Im Interview spricht Amtsinhaber Florian Pronold über seinen Rückzug und das Bewerberfeld. Es kandidieren eine Frau und fünf Männer.

München – Es geht los: Ab heute sind 59 427 Mitglieder der SPD in Bayern sechs Wochen lang dazu aufgerufen, einen neuen Landesvorsitzenden – oder eine Landesvorsitzende – zu wählen. Neben Generalsekretärin Natascha Kohnen kandidieren gleich fünf Männer um das zuvor nicht immer als so begehrt eingeschätzte Ehrenamt: Uli Aschenbrenner, Klaus Barthel, Florian von Brunn, Markus Käser, und Gregor Tschung. Wir sprachen mit dem scheidenden Amtsinhaber Florian Pronold.

Die Kandidaten für den Vorsitz sind jetzt durch fast alle Regierungsbezirke getingelt, nur Niederbayern fehlt noch. Wie fällt Ihre Bilanz des Formats aus?

Auch wenn es schwierig ist, sechs Kandidaten in eine Veranstaltung zu packen, war es ein gelungenes Format. Wer es verfolgt hat, konnte sich ein gutes Bild machen. In Nürnberg waren immerhin 250, in München sogar 350 Besucher da.

Was passiert dann als nächstes?

Alle Mitglieder bekommen den „Vorwärts“, in dem sich die Kandidaten auf acht Sonderseiten noch einmal vorstellen. Dazu gibt es auf Facebook noch einmal Informationsmöglichkeiten, so dass ich davon ausgehe, dass sich am Ende mehr als 50 Prozent an dieser Wahl beteiligen.

Sie selbst haben sich gleich bei Ihrer Rücktrittsankündigung klar positioniert. Was das rückblickend ein Fehler?

Nein. Nach wie vor bin ich überzeugt davon, dass Natascha Kohnen die beste Landesvorsitzende wäre. Sie erfüllt die unterschiedlichen Anforderungen am besten, das haben die Vorstellungsrunden nur bestätigt.

Es ist ja ein breites Bewerberfeld. Hat Sie ein Kandidat noch überrascht?

Das Feld zeigt die Bandbreite der Bayern-SPD. Zu den Kandidaten sage ich lieber nichts. Wenn da vom Podium Bewertungen der eigenen Arbeit vorgenommen werden, ist man nicht ganz unbefangen.

Diese Bewertung fiel ja weiß Gott nicht immer positiv aus. Wie sehr ärgert so ein Zeugnis nach all den Jahren mit viel Arbeit?

Es lässt einen nicht kalt, eben weil man so viel Lebenszeit, Herzblut und Engagement reingesteckt hat. Manche Kritik, die ich da vom Podium gehört habe, war allerdings so von Unkenntnis oder Taktik geprägt, dass sie mich nicht berührt hat. Kritik trifft nur, wenn sie der Wahrheit entspricht. Aber davon habe ich relativ wenig gehört.

Wenn man sich in der Bayern-SPD umhört, sagen viele: Florian Pronold wirkt seit seiner Ankündigung wie befreit. Stimmt das?

Über solche Wahrnehmungen bin ich manchmal sehr überrascht. Gelitten habe ich unter dem Amt nie, auch wenn es natürlich vergnügungssteuerpflichtigere Jobs gibt. Ich bin nach wie vor von der Idee beseelt, die absolute Mehrheit der CSU zu brechen und als SPD einmal Verantwortung für Bayern zu übernehmen. Zunächst aber wurde ich mit 90 Prozent zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl und werde die Aufgabe mit Feuereifer angehen.

Die Verantwortung für die Bayern-SPD trägt bald jemand anderes. Ist die Vorsitzendenwahl eine Richtungsentscheidung?

Nicht zwischen links und rechts, sondern ob es gut oder schlecht weitergeht mit der Bayern-SPD.

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