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Nach Mitgliederbefragung

Bayern SPD fiebert Auszählung für neuen Landeschef entgegen

Auf rund 100 Freiwillige bei der SPD wartet heute viel Arbeit: Knapp 30.000 Stimmzettel müssen auswerten werden. Gibt es eine eindeutige Mehrheit?

München - In der SPD-Zentrale in München muss an diesem Freitag viel gezählt werden: Rund 100 Freiwillige werden fast 30.0000 eingesendete Stimmzettel für die Wahl des neuen Landeschefs öffnen. Bis Donnerstagabend um 23.59 Uhr hatten SPD-Mitglieder ihre Stimme persönlich in der SPD-Landesgeschäftsstelle abgeben können.

Zum ersten Mal wurden die Mitglieder zum Vorsitz befragt

Fast 50 Prozent der SPD-Mitglieder in Bayern haben sich laut SPD an der Befragung beteiligt. Am Donnerstagabend lieferte die Deutsche Post nach Angaben eines Parteisprechers 29.463 Stimmkuverts zur Parteizentrale in München. Dies entspricht einer Beteiligung von 49,64 Prozent. Noch nicht berücksichtigt waren dabei die Wahlbriefe, die persönlich bei der SPD in München abgegeben werden konnten.

„Zum ersten Mal haben wir alle Mitglieder befragt, wer die oder der neue Vorsitzende werden soll“, sagte der scheidende SPD-Landeschef Florian Pronold. „Ich glaube, dass dieser Prozess dazu führen wird, dass wir mit großer Geschlossenheit mit der oder dem neuen Vorsitzenden in die Auseinandersetzung gehen in Bundestagswahl und auch in die Landtagswahl.“

Sechs Wochen hatten die rund 60.000 Genossen Zeit, sich für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin des scheidenden Landesvorsitzenden zu entscheiden. Um 14.00 Uhr will Pronold bei einer Pressekonferenz in der SPD-Zentrale in München das Ergebnis veröffentlichen. In der Partei hatte der Wahlkampf zuletzt für Spannungen unter den Kandidaten sowie ihren Unterstützern geführt.

Fünf Kandidaten und eine Kandidatin haben ihre Kandidatur zum Landesvorsitz erklärt: Generalsekretärin Natascha Kohnen, der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn, der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel, der Sprecher der Münchner Tafel, Gregor Tschung, Markus Käser von der SPD-Initiative „Zeit für die Mutigen“ und der Kommunalpolitiker Uli Aschenbrenner.

Wahl erst übernächste Woche

In der SPD wird das Ergebnis mit großer Spannung erwartet. Auch wenn die offizielle Wahl des neuen Landeschefs erst am übernächsten Wochenende auf dem Parteitag (20./21. Mai) in Schweinfurt erfolgt, gilt das Votum der Mitglieder als bindend. Darauf haben sich die sechs Kandidaten vor der Mitgliederbefragung geeinigt. Theoretisch könnte sich aber dennoch ein neuer Kandidat am Tag selbst zur Wahl stellen. Sollte bei der Mitgliederbefragung kein Kandidat auf mehr als 50 Prozent der Stimmen kommen, müssen die Delegierten auf dem Parteitag eine Stichwahl unter den Bestplatzierten durchführen.

dpa

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