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Angela Merkel und Donald Trump trafen sich zuletzt beim G20-Gipfel in Hamburg persönlich.

China mahnt zu Mäßigung

SPD fordert: Merkel soll Trump im Nordkorea-Konflikt zur Vernunft bringen

Im Nordkorea-Konflikt dringt die SPD darauf, dass Merkel persönlich bei US-Präsident Trump interveniert. China mahnt derweil zur Mäßigung - und Japan installiert ein Raketenabwehrsystem.

Angesichts des Nordkorea-Konfliktes dringt der SPD-Außenpolitiker Niels Annen auf ein Einwirken von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf US-Präsident Donald Trump. „Ich erwarte von Bundeskanzlerin Merkel, dass sie persönlich bei Trump interveniert und darauf hinwirkt, dass diese Krise nicht weiter eskaliert“, sagte Annen der „Heilbronner Stimme“ (Samstag). Er erkannte eine „rhetorische Eskalation auf amerikanischer Seite, wie wir sie bisher nur aus Nordkorea kennen“. Merkel müsse Trump deutlich machen, „dass wir seine Hochrisiko-Strategie nicht unterstützen“.

Merkel übte Kritik

Merkel hatte die scharfe Rhetorik in der Nordkorea-Krise am Freitag selbst kritisiert. „Eskalation der Sprache halte ich für die falsche Antwort“, sagte sie.

Der Streit zwischen Trump und der Führung in Pjöngjang über das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas schaukelt sich seit Tagen hoch. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte deswegen sogar vor einem Atomkrieg gewarnt.

China ruft Trump zu Zurückhaltung auf

Chinas Präsident Xi Jinping hat US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat zur Mäßigung im Atomstreit mit Nordkorea aufgefordert. Trump müsse "Worte und Taten" vermeiden, welche die ohnehin angespannte Lage auf der Koreanischen Halbinsel verschlimmerten, sagte Xi laut einem Bericht des staatlichen chinesischen Fernsehens vom Samstag.

Xi rief überdies alle beteiligten Seiten auf, "Zurückhaltung zu üben" und "den Weg des Dialogs, der Verhandlungen und einer politischen Lösung weiterzugehen", wie der Sender CCTV berichtete. Es sei "im gemeinsamen Interesse Chinas und der USA", die atomare Abrüstung auf der Koreanischen Halbinsel zu erreichen und Frieden und Stabilität in der Region zu bewahren.

Das Weiße Haus teilte nach dem Gespräch mit Xi mit, Nordkorea müsse sein "provokatives und eskalierendes Verhalten" beenden. Nach Beratungen mit US-Außenminister Rex Tillerson und der UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, sagte Trump indes, er hoffe dennoch auf eine "friedliche Lösung".

China ist der engste Verbündete Pjöngjangs. Am vergangenen Wochenende hatte Peking allerdings im UN-Sicherheitsrat einer Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea zugestimmt. Das chinesische Außenministerium rief die USA und Nordkorea am Freitag zur Zurückhaltung auf. Trump hatte China in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, zu wenig zur Lösung des Konflikts beizutragen.

Japan stationiert Raketenabwehrsystem

Japan hat Medienberichten zufolge mit der Stationierung seines Raketenabwehrsystems begonnen. Das System werde derzeit in mehreren Städten im Westen des Landes installiert, berichtete der Rundfunksender NHK am Samstag. Auf Fernsehbildern waren Militärfahrzeuge mit entsprechendem Material zu sehen.

Nordkorea hatte zuletzt mit einem Raketenabschuss in Richtung der US-Pazifikinsel Guam gedroht, wobei die Geschosse über japanisches Gebiet fliegen würden. Tokio kündigte an, nordkoreanische Raketen abzuschießen, die japanisches Territorium bedrohten.

Das Weiße Haus teilte am frühen Samstagmorgen mit, US-Armeeeinheiten stünden "bereit", Guam zu verteidigen. US-Präsident Donald Trump sicherte dem Gouverneur von Guam, Eddie Calvo, demnach in einem Telefonat zu, dass die US-Armee bereit stehe, die Sicherheit der Menschen in Guam sowie im Rest der USA zu gewährleisten. Auch der Stabschef im Weißen Haus, John Kelly, telefonierte demnach mit Calvo.

Experten gehen unterdessen davon aus, dass Nordkorea derzeit neue U-Boot-gestützte Raketentests vorbereiten könnte. Jüngste Satellitenaufnahmen zeigten "mehrere Entwicklungen, die darauf hindeuten, dass Nordkorea die seegestützte Sparte seiner Atomstreitkräfte vorantreibt", erklärte der Militärexperte Joseph Bermudez am Freitag auf der US-Webseite 38 North, wo er entsprechende Aufnahmen veröffentlichte. Die Aktivitäten ähnelten denen früherer derartiger Tests.

dpa/afp

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