Forderung der SPD

Freistaat soll Rückkehr zu G9 finanzieren

München - Der Freistaat muss nach Ansicht der Landtags-SPD den Schulträgern alle Kosten durch eine mögliche Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) ersetzen.

„Die Kommunen dürfen nicht auf den Kosten für den zusätzlichen Raumbedarf sitzen bleiben. Es gilt: Staat bezahlt die von ihm verursachten Kosten und kennt die Konnexität in diesem Fall an“, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Martin Güll, der Deutschen Presse-Agentur. Für Güll ist die ungeklärte Kostenfrage auch ein Hauptgrund, weshalb die Regierung bei der auch von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) angekündigten Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren mit einer Wahlmöglichkeit für einen Abschluss nach acht Jahren „herumeiere“.

„Wenn die Kommunen sagen, wir wollen das umstellen, wird das Land nur 35 bis 40 Prozent der Kosten übernehmen“, betonte Güll. Der Großteil bliebe damit beim Träger hängen - in München würde dies etwa für die Stadt Zusatzkosten im dreistelligen Millionenbereich bedeuten.

Bei ihrer Klausur in der kommenden Woche im schwäbischen Kloster Irsee will die SPD-Fraktion einen eigenen Gesetzentwurf für die Neuordnung des Abiturs beschließen. Darin wird das neunjährige Gymnasium „nach dem Wunsch der Mehrheit“ als Regelfall definiert und die Wiedereinführung von Leistungskursen verankert. „Bei der Rückkehr zum G9 wollen wir die Qualität stärken und schaffen in der Oberstufe Vertiefungsmöglichkeiten durch die Wiedereinführung von Leistungskursen“, sagte Güll. Dies erlaube wieder eine adäquate Vorbereitung und das Abitur werde wieder zu einer Reifeprüfung mit dem Ziel einer echten Studierfähigkeit.

dpa

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