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Oskar Lafontaine mit Ehefrau Sahra Wagenknecht. Der Ex-SPD-Chef träumt von einer Fusion seiner ehemaligen Partei mit der Linken. Wagenknecht ist skeptischer.

Ex-Parteichef

Lafontaine träumt von der Fusion des linken Lagers

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Ex-Parteichef Oskar Lafontaine bedauert den Untergang der SPD an der Urne und hat eine Idee, wie der Abwärtstrend gestoppt werden kann.

Der Untergang der SPD treibt auch ihren ehemaligen Vorsitzenden um. Oskar Lafontaine war von 1995 bis 1999 Chef der Sozialdemokraten. Er gilt als Mitbegründer der Partei „Die Linke“, die sich 2005 geformt hatte.

Heute, knapp 14 Jahre später, hält Lafontaine laut einem Bericht eine Fusion beider Parteien für notwendig, um die Schwäche bei den Umfragen zu überwinden, die Linke und SPD zurzeit ähnlich erleben. Lafontaine vertrete diese Position in internen Gesprächen bereits seit längerem, berichtet unter anderem die Frankfurter Rundschau in ihrer Mittwochsausgabe. Allerdings vermisse Lafontaine in beiden Parteien das Personal, das eine Fusion realisieren könnte.

Oskar Lafontaine bedauert die SPD

In der FR äußert sich der Vorsitzende der Internationalen Kommission der Linken und langjährige Lafontaine-Vertraute Heinz Bierbaum zu der Gemütslage des ehemaligen SPD-Chefs. Als solcher bedaure Lafontaine, in welchem Zustand sich die Partei befinde. „Deshalb liegen solche Überlegungen bei ihm sehr nahe“, sagte Bierbaum.

Zunächst habe Lafontaine versucht, mit der parteiübergreifenden Bewegung "Aufstehen" auf die Sozialdemokratie einzuwirken. „Das hat nicht so geklappt, wie er sich das vorgestellt hat. Aber er wird an diesem Gedenken festhalten“, sagte Bierbaum.

Lafontaine hatte sich 1999 vom SPD-Parteivorsitz zurückgezogen. Kurz darauf gründete er gemeinsam mit anderen enttäuschten Genossinnen und Genossen aus Protest gegen die von Bundeskanzler Gerhard Schröder initiierte Agenda 2010 die Partei “Die Linke“.

Sahra Wagenknecht sieht Fusion kritisch

Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht - seit 2014 mit Lafontaine verheiratet - sieht eine Fusion ihrer Partei mit der SPD dagegen kritischer. „Wenn man die SPD, von der die Wähler aktuell nicht wissen, wofür sie eigentlich steht, mit der heutigen Linken, in der wichtige Strategiefragen ebenfalls ungeklärt sind, einfach zusammenwirft, kommt ganz sicher kein Erfolgsprojekt heraus.“

Man könne die jetzigen Umfragewerte beider Parteien auch nicht einfach addieren, sagte Wagenknecht, die als Hauptinitiatorin der Bewegung „Aufstehen“ gilt. Das sei „eine Milchmädchenrechnung“, die die Ursachen für den Wählerverlust verkenne. Denn Parteien bräuchten „ein klares Profil“. Aktuell bringe eine Fusionsdebatte nichts.

Klaus Ernst steht einer Fusion von Linke und SPD offen gegenüber

Andere Protagonisten der Linkspartei zeigen sich dagegen offener, darunter Ex-Parteichef Klaus Ernst. „Wenn die Sozialdemokratie wieder sozialdemokratisch würde, dann könnte und müsste man auch wieder darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, zwei Parteien in demselben Spektrum zu haben“, sagte Ernst, der zum jetzigen Zeitpunkt sowieso „gar nichts ausschließen“ möchte.

Bierbaum selbst könne sich einen Zusammenschluss „gut vorstellen“. Allerdings seien “die politischen Bedingungen“ dafür nicht erfüllt. Die SPD müsse sich sowohl programmatisch als auch bei der Umsetzung der Programme in praktische Politik deutlich bewegen. (mit afp)

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