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Affäre um Beamtensold für Polizeigewerkschafter Wendt

Polizeigewerkschafts-Chef in der Kritik

SPD, Linke und Grüne fordern Rücktritt von Rainer Wendt

Berlin - Ein sechsstelliges Jahresgehalt als Gewerkschaftschef, dazu noch der Sold als Hauptkommissar: Rainer Wendts Verhalten empört Spitzenpolitiker. Sie fordern den Rücktritt.

Führende Politiker von SPD, Linken und Grünen halten den Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, in der Affäre um seine Besoldung für nicht mehr tragbar. Wendt habe "jegliche Glaubwürdigkeit verloren", sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Eva Högl, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Freitag. "Deshalb kann er sein Amt auch nicht mehr mit Autorität ausführen und sich für die Polizistinnen und Polizisten einsetzen." 

Linksparteichef Bernd Riexinger sagte dem Blatt, er halte es für "unanständig", was der zusätzlich zu seiner Entschädigung als Gewerkschaftsvorsitzender mit einem Beamtensold vom Land Nordrhein-Westfalen entlohnte Wendt gemacht habe. "Und ich halte es für undenkbar, dass Herr Wendt im Amt bleibt", sagte Riexinger weiter. 

Auch Grüne halten Wendt für „nicht mehr tragbar“

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, sagte: "Alles, was bisher bekannt geworden ist, stellt die Integrität seiner Amtsführung infrage." Ihrer Ansicht nach Wendt „nicht mehr tragbar". 

Grund für die Forderungen sind die von Wendt wiederholt korrigierten Angaben zu seiner Entlohnung. So hatte er ursprünglich gesagt, neben seiner Bezahlung als Gewerkschaftsfunktionär keinen Beamtensold zu kassieren, um dies kurz darauf zurücknehmen zu müssen. 

Später sprach er davon, in der Summe nicht mehr als sein eigentliches Gehalt von 4.400 Euro brutto als Polizeihauptkommissar zu bekommen. Inzwischen räumte er aber ein, mit jährlich gut 124.000 Euro aus allen Einkünften etwa das Doppelte zu kassieren.

AFP

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