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Natascha Kohnen.

Bayern-SPD

SPD-Mitglieder wollen Kohnen als neue Landeschefin

München - Nach sechs Wochen steht nun fest: Die Basis der Bayern-SPD will künftig wieder eine Frau an ihrer Spitze. Ihre fünf männlichen Gegenkandidaten waren chancenlos.

Die Entscheidung ist gefallen: Mit großer Mehrheit haben die Mitglieder der bayerischen SPD ihre bisherige Generalsekretärin Natascha Kohnen zur Top-Kandidatin bei der Wahl des neuen Landeschefs gewählt. Sie erhielt 53,8 Prozent der Stimmen. „Das ist ein historischer Tag für die Bayern-SPD. Zum ersten Mal haben wir die Basis befragt und die Basis hat geantwortet“, sagte Carsten Träger, Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Wahlvorstandes, am Freitag bei der Verkündung des Ergebnisses in der SPD-Zentrale in München. Kohnen soll auf dem kommenden SPD-Parteitag in Schweinfurt offiziell gewählt werden.

„Ich bin sehr bewegt“, sagte Kohnen. Sie freue sich sehr über das Votum der Basis und kündigte an, die SPD im Freistaat aus dem gegenwärtigen Umfragetief steuern zu wollen. „Ich möchte eine Stiländerung, wir sollen uns künftig nicht mehr nur an der CSU abarbeiten, sondern müssen eigene Akzente setzen.“ Die Wähler müssten ein Gefühl dafür bekommen, dass es mit der SPD auch in Bayern eine echte Alternative gebe, die für soziale Gerechtigkeit stehe. Zu den Gratulanten gehörte auch Parteichef Martin Schulz. Die SPD in Bayern gehe aus der Mitgliederbefragung gestärkt hervor und werde „geschlossen den Kampf gegen die Vorherrschaft der CSU“ aufnehmen, erklärte Schulz laut Mitteilung.

Brunn fairer Verlierer

Kohnens größter Konkurrent, der Münchner Landtagsabgeordnete Florian von Brunn, zeigte sich bei aller Enttäuschung als fairer Verlierer: „Ich gratuliere Natascha Kohnen, es ist ein überzeugendes Ergebnis, zu dem ich ihr herzlich gratuliere.“ Letztlich habe die Bekanntheit Kohnens den Ausschlag gegeben. „Es ist mehr ihr Sieg als meine Niederlage.“ Für von Brunn, der Kohnen im innerparteilichen Wahlkampf zuletzt wiederholt scharf kritisiert hatte, stimmten 5389 Mitglieder, er kam damit auf 19,8 Prozent. Nur wenn kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hätte, hätte es auf dem SPD-Parteitag am 20. und 21. Mai in Schweinfurt eine Stichwahl geben müssen.

Die vier weiteren Kandidaten, darunter der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel, der Sprecher der Münchner Tafel, Gregor Tschung, Markus Käser von der SPD-Initiative „Zeit für die Mutigen“ und der Kommunalpolitiker Uli Aschenbrenner, waren bei der Abstimmung chancenlos. Sie teilten die restlichen 26,4 Prozent unter sich auf.

Um Mitternacht war die Mitgliederbefragung für die Wahl des neuen Landeschefs zu Ende gegangen. Sechs Wochen hatten die rund 60.000 Genossen Zeit, sich für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin des scheidenden Landesvorsitzenden Florian Pronold zu entscheiden. Am Freitag zählten Freiwillige unter den Augen der Kandidaten und der Presse 29 379 Stimmzettel aus. 2218 davon waren ungültig.

Wahlbeteiligung bei 50 Prozent

49,5 Prozent der SPD-Mitglieder in Bayern haben sich der Partei zufolge an der Befragung beteiligt. „Zum ersten Mal haben wir alle Mitglieder befragt, wer die oder der neue Vorsitzende werden soll“, hatte schon vor der Bekanntgabe der scheidende SPD-Landeschef erklärt. Pronold konnte wegen der Sitzung des Bundesrates nicht bei der Verkündung dabei sein. Er hatte sich aber von Anfang an für Kohnen ausgesprochen.

Er glaube, dass die bayerische SPD „mit großer Geschlossenheit“ in die Bundestagswahl und auch in die Landtagswahl gehen könne, hatte Pronold betont. Dem konnte sich Kohnen nur anschließen. „Jetzt geht es um Martin Schulz und darum, dass die SPD bei der Bundestagswahl ein gutes Ergebnis einfahren kann“, sagte sie. Die bayerische SPD wolle geschlossen dabei helfen.

dpa

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