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Sieht viele Defizite in der SPD-Parteizentrale: Andrea Nahles.

SPD-Chefin 

Nahles rechnet knallhart mit der Parteizentrale im Willy-Brandt-Haus ab

Generalabrechnung der Parteichefin: Im Rückblick auf den Bundestagwahlkampf erkennt Andrea Nahles viele Defizite und Fehler im Willy-Brandt-Haus.

Berlin - Für die schwere Niederlage der SPD bei der Bundestagswahl waren nach Angaben von Parteichefin Andrea Nahles unter anderem ein Mangel an klaren Führungsstrukturen und zu wenig Teamarbeit in der Berliner Parteizentrale verantwortlich. Eine Untersuchung einer externen Arbeitsgruppe habe als ein konkretes Problem die Organisation der Parteizentrale benannt, sagte Nahles dem Spiegel. "Im Willy-Brandt-Haus gab es keine klaren Führungsstrukturen, zu wenig Teamwork. Die rechte Hand wusste oft nicht, was die linke will."

Die Antwort auf die Frage nach den Fehlern der SPD im Wahlkampf habe aber viele Facetten, sagte Nahles. "Es war nicht eine einzelne Person an der Spitze verantwortlich für die Misere. Schuldzuweisungen wären bequem. Dann hast du die Sache abgehakt und musst nix mehr ändern. Das lässt dieser Bericht nicht zu, da wird nichts beschönigt."

Nahles: Interne Widersprüche im Wahlkampf

Im Wahlkampf der SPD hätten auch die klaren Botschaften gefehlt, sagt Nahles. "Die Genossen an den Infoständen wussten nicht: Was sind die fünf Ziele, für die wir kämpfen?", sagte Nahles. Die SPD habe zudem ihre internen Widersprüche nicht aufgelöst. Die SPD-Chefin kündigte an, solche Widersprüche zum Beispiel in der Flüchtlingspolitik nun aufzulösen: "Daran arbeite ich systematisch."

Die Sozialdemokraten hatten bei der Bundestagswahl im September 2017 mit 20,5 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit Gründung der Bundesrepublik eingefahren. Diese Niederlage arbeitet die SPD nun auf. Am Montag präsentiert eine externe Arbeitsgruppe um den Wahlkampf-Strategen Frank Stauss ihre Ergebnisse.

Eine mögliche neue Gefahr für die Sozialdemokraten: Sarah Wagenknecht will eine neue linke Sammelbewegung auf den Weg bringen.

AFP

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