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Wahlen bei der SPD-Stadtratsfraktion: Ein Denkzettel und neue Gesichter

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Von: Felix Müller

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Der neue Fraktionsvorstand der Rathaus-SPD. © SPD

München - Der kleine Aufstand in der SPD-Stadtratsfraktion – er wurde etwas größer als erwartet. Die Rathaus-SPD hat ihren neuen Vorstand gewählt: Fraktionschef Alexander Reissl wird im Amt bestätigt, bekommt aber einige Gegenstimmen.

In der SPD ist von einem „Denkzettel“ die Rede: Fraktionschef Alexander Reissl, 58, wurde bei der Wahl zum neuen Fraktionschef zwar wie erwartet im Amt bestätigt. Nach Informationen unserer Zeitung erhielt sein Herausforderer Hans-Dieter Kaplan, 60, aber immerhin 9 Stimmen, für Reissl votierten 14 Genossen.

Reissl steht SPD-intern immer wieder für seinen oft als ruppig bis autoritär geltenden

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Alexander Reissl wurde im Amt bestätigt. © Haag

Führungsstil in der Kritik. „Die Form der Kommunikation hat nicht funktioniert“, so drückte es gestern Hans-Dieter Kaplan aus. Kaplan sagte: „Ich hoffe, dass sich jetzt Dinge ändern.“ Dass Reissl den Schuss vor den Bug versteht, sollte das wohl heißen. Als einen solchen wollen viele in der SPD das 14:9-Ergebnis verstanden wissen, weniger als eine ernsthafte Absicht, Hans-Dieter Kaplan ins Amt zu hieven.

Öffentlich äußern wollte sich gestern kaum ein Sozialdemokrat, die Sorge, als Nestbeschmutzer dazustehen, ist bei vielen offenbar groß. Wieder andere könnte die Sorge umtreiben, einem Lager zugerechnet zu werden. Einer, der als Reissl-Kritiker gilt, ist der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn, der das Ergebnis „überraschend“ nannte und ausdrücklich von einem „Denkzettel“ für Reissl sprach. Der frisch wiedergewählte Reissl bedankte sich in seiner Mitteilung bei der Fraktion für das „Vertrauen“. Unserer Zeitung sagte er ebenfalls nichts zu den neun Gegenstimmen. „Es ist halt ein Ergebnis.“

In der zweiten Reihe läutet die SPD den Generationswechsel ein. So wurden in den Vorstand

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Neuer Vize: Christian Vorländer ist Reissls neuer Stellvertreter.

mehrere jüngere Fraktionsmitglieder gewählt. Reissls Stellvertreter sind künftig Verena Dietl (35) und Christian Vorländer (42), „sehr profilierte Leute, die nächste Generation“, wie Reissl sagte. Vorländer, dem gelegentlich Ambitionen nachgesagt werden, eines Tages Kreisverwaltungsreferent zu werden, sagte: „Ich bin ganz überwältigt, mir aber auch der Verantwortung bewusst.“ Er wolle sich jetzt „thematisch verbreitern“ und werde am Dienstagmorgen um acht Uhr mit der Arbeit beginnen.

Das wird Alexander Reissl gerne hören. Er sei sicher, dass „der ganze Vorstand gut und vernünftig zusammenarbeiten wird“, sagte er gestern. Reissl setzt jetzt demonstrativ auf seine Mannschaft. Die bisherige Fraktions-Vize Beatrix Zurek gehört nicht mehr dazu, sie wird Bildungsreferentin. Und auch Kaplan scheidet aus dem Vorstand aus. Kaplan zeigte sich trotzdem stolz auf sein Ergebnis. Das sei kein Zwergenaufstand gewesen, sagte er. „Der Zwerg war schon ein bisschen größer!“

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