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Unterschiedlicher geht wohl kaum: Kandidat Adam (l.) fordert bei der Wahl zum SPD-Landeschef Florian Pronold heraus.

"In der Bart-Frage werde ich sicher nicht gewinnen"

SPD-Kampfkandidatur: Das sagt Pronold zu Überraschungs-Gegner

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München - Eine Kampfkandidatur lenkt das Interesse auf die Bayern-SPD. Wie aus dem Nichts taucht der Niederbayer Walter Adam (71) auf, inszeniert sich als urbayerischer Sozialdemokrat und tritt gegen Landeschef Florian Pronold (42) an. Der gibt sich bartlos - aber kampfbereit.

Pronold meldet sich in unserem Interview vor dem Parteitag am Samstag in Hirschaid zu Wort: gelassen, aber kampfbereit.

Sie haben keinen Dackel, keinen Rauschebart – ein Wettbewerbsnachteil?

In der Bart-Frage werde ich sicher nicht gewinnen. Ich nehme diese Gegenkandidatur ernst. Ich hoffe aber, dass sie dazu dient, über Ideen und Konzepte für die Zukunft zu reden. Das ist das Entscheidende.

Rüttelt die Abstimmung die SPD wach? 

Der Blick in unser Antragsbuch für den Parteitag mit 360 Seiten zeigt: Bei dieser Vielzahl der Anträge von der Basis muss es sich bereits um eine sehr wache Partei handeln.

Wie werben Sie für sich? 

Indem ich eine Rede halte, die klar macht: Die Bayern-SPD will und muss regieren. Nur dann können wir für die Menschen, die uns vertrauen, das Leben besser machen.

Stehen Sie dazu: Notfalls mit der CSU? 

Bei jeder Regierungsbeteiligung gilt: Die Partei muss zustimmen. Das geht nur, wenn die Inhalte passen. Es darf aber keine Denkverbote geben. Entscheidend ist, mit wem wir am meisten durchsetzen können. Die SPD-Basis auch in Bayern hat übrigens mit 75 Prozent der Großen Koalition zugestimmt.

Verstehen Sie die Mitglieder, die sagen: Leute, wir können doch die CSU nicht gleichzeitig bekämpfen und umschmeicheln! 

Walter Adam

Es gibt immer eine Alternative.

Posted by Walter Adam on Montag, 22. Juni 2015

Wir setzen uns mit der CSU hart auseinander, beim Mindestlohn, in der Flüchtlingspolitik, der Energiewende und vielen anderen Themen. Eine Koalition ist ein Vertrag auf Zeit, keine Liebesheirat. Es geht darum, ob die Bayern-SPD auch eine Machtoption hat. Wenn es keine Machtoption gibt, gehen auch die überzeugtesten Wähler nicht zur Wahl, weil sie denken, es ändert sich eh nichts. Eine Partei muss regieren wollen.

Rückblickend war’s falsch, rein auf ein Bündnis der Opposition zu setzen? 

Das hat sich ja durch das Wahlergebnis herausgestellt.

Ist eine Kurskorrektur der SPD nötig? 

Wir haben im Bund die Mietpreisbremse durchgesetzt, den Mindestlohn, die abschlagsfreie Rente mit 63 für Leute, die hart geschuftet haben. Wir setzen so viel sozialdemokratische Politik um wie nie zuvor. Ich finde, den Weg sollten wir weiter gehen, zum Beispiel bei der Bekämpfung der Leih- und Zeitarbeit.

Sie sind Umwelt-Staatssekretär im Bund. Also der Politiker, der Bayern die Castoren bringt? 

Ich war schon immer ein vehementer Gegner der Atomkraft. Die CSU hat sie bis vor kurzer Zeit immer verteidigt. Es ist doch ein Irrglaube, dass man den meisten Müll produzieren kann und ihn dann den Nachbarn vor die Füße kippt. Deutschland ist verpflichtet, die Castoren als CSU-Erbe zurückzunehmen. Nicht weil wir wollen, sondern weil wir völkerrechtlich müssen.

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