+
Der Energieversorger Eon demontiert in Niedersachsen die Hochspannungs-Freileitung und wird den Strom künftig über Erdkabel transportieren. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

SPD-Politiker wollen Stromtrasse Suedlink unter die Erde legen

Berlin/Stuttgart (dpa) - Stromautobahnen nur noch "unter Tage": SPD-Bundestagsabgeordnete aus Niedersachsen und Bremen wollen angesichts massiver Bürgerproteste neue Gleichstrom-Trassen vorrangig als Erdkabel verlegen lassen und so Anwohner schonen.

"Nur mit einer konsequenten Erdverkabelung kann der Suedlink und damit der Netzausbau gelingen", sagte der Chef der SPD-Landesgruppen Niedersachsen/Bremen im Bundestag, Lars Klingbeil.

Der Suedlink ist eine 800 Kilometer lange Superleitung, die Windstrom von der Küste in den Süden bringen soll, wenn bis 2022 die letzten Atommeiler abgeschaltet werden. Eine Erdverkabelung wird dabei punktuell nicht ausgeschlossen, auf ganzer Strecke wäre das aber deutlich teurer.

Der Netzbetreiber Tennet, der federführend den Suedlink als "Hauptschlagader" der Energiewende bauen will, schätzt die Kosten auf vier bis acht Mal so hoch wie bei einer Freileitung. Die SPD-Politiker glauben, dass es dank neuer Kabeltechniken billiger geht. "So sprechen Kabelhersteller aktuell nur noch von einem Kostenfaktor von rund 2 gegenüber dem Freileitungssystem."

Bayern hatte mit einem Vorstoß, den Verlauf der Suedlink-Trasse nach Baden-Württemberg und Hessen zu verlegen, scharfe Kritik dieser Länder auf sich gezogen. Der Stuttgarter Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es wäre wahnsinnig, die Planung neu aufzurollen."

Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) lehnt die Idee ab. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Gabriel und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wollen noch im Juni versuchen, den Trassenstreit zu lösen.

Tennet: Infos zur Stromtrasse Suedlink

Infomaterialen von Tennet

Projektbroschüre von Tennet zu Suedlink

Tennet: Zusammenfassung des Antrags zum Suedlink

Bürgerinitiativen gegen Suedlink

Netzausbau

Fragen und Antworten der Bundesnetzagentur zum Netzausbau

Bundesnetzagentur zum Projekt Suedlink

Erdkabel-Papier SPD-Politiker

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

NRW-Minister verteidigt Abschiebung von Sami A.
Düsseldorf (dpa) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat die Abschiebung des Islamisten Sami A. nach Tunesien verteidigt.
NRW-Minister verteidigt Abschiebung von Sami A.
Gedenken an Widerstand des 20. Juli 1944 in Berlin
Vor 74 Jahren wollten deutsche Offiziere den Krieg beenden und Hitler stürzen. Doch das Attentat scheiterte und die Nazis nahmen blutige Rache. Nun wird wie jedes Jahr …
Gedenken an Widerstand des 20. Juli 1944 in Berlin
CSU-Politiker gehen auf Distanz zu Seehofer
Der CSU-Chef muss wegen seiner Flüchtlingspolitik scharfe Kritik einstecken. EKD-Chef Bedford-Strohm erinnert die Partei an die christlichen Grundwerte. Und auch in der …
CSU-Politiker gehen auf Distanz zu Seehofer
Merkel spricht bei Sommerpressekonferenz
In Berlin ist politische "Sommerpause". Eine Garantie, dass es auch wirklich ruhig zugeht, ist das nicht. Etliche Konflikte schwelen unter der Decke. Das weiß auch die …
Merkel spricht bei Sommerpressekonferenz

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.