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Kommentar: SPD stellt Wahlprogramm vor - und wo war Schulz?

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Eigentlich müsste Herausforderer Martin Schulz (SPD) die Kanzlerin mit einem Feuerwerk an Ideen vor sich hertreiben. Stattdessen taucht er ab und setzt auf einen fernen Tag, um konkret zu werden, bemängelt Merkur-Redakteur Til Huber.

So langsam beginnt die Suche nach Schuldigen. Der „mediale Spin“ lasse eine angeblich wohldurchdachte PR-Maßnahme als Chaos-Strategie erscheinen. Den Vorwurf hat SPD-Generalsekretärin Barley angesichts der Faktenlage wieder zurückgenommen. Aber in die Kampagne des sozialdemokratischen Spitzenkandidaten mischt sich langsam aber sicher auch an anderer Stelle ein leicht wehleidiger Ton. Zu viel heiße Luft? Zu unkonkret? Schulz sei doch schon jetzt viel konkreter als die Kanzlerin. Die frage aber keiner nach ihren Konzepten. Die Medien berichteten aber nicht mehr über ihn.

Irgendwie merkwürdig. Noch vor einigen Wochen stand da ein Mann auf den Bühnen, der von sich behauptete, er würde „den Machtanspruch aus jeder Pore schwitzen“. Offenbar hat die SPD aber über den Umfragenhöhenflug vergessen, wer Amtsinhaberin und wer Herausforderer ist. Es liegt in der Natur der Sache, dass derjenige, der noch am Tor rüttelt, ein Stückchen mehr zeigen muss, warum er „da rein“ gehört. Wer Merkel ist, wissen die Wähler. Aber wer ist Schulz? Wo war er, als gestern Eckpunkte für sein Programm vorgestellt wurden? Eigentlich müsste er die Kanzlerin mit einem Feuerwerk an Ideen vor sich hertreiben. Stattdessen setzt er offenbar auf irgendeinen fernen Tag, an dem er das Ruder herumreißt. An jenem Tag X könnte das Rennen aber schon gelaufen sein.

Es kommentierte Til Huber.

Nächste Umfrage-Klatsche für Schulz - Merkel obenauf

Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat die Union einer neuen Umfrage zufolge ihren Abstand zur SPD in der Wählergunst weiter ausgebaut. Kanzlerkandidat Schulz kassiert zudem eine schmerzhafte Schlappe.

Lesen Sie hier, wie unkonkret sich das SPD-Wahlprogramm liest: Ein bisschen Steuern, ein bisschen Rente. 

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