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Leidgeprüftes SPD-Trio aus Bayern (v.l.): Pronold, Kohnen und Rinderspacher. 

Nur 14 Prozent

SPD und der „Bayerntrend“: Gebeutelte Genossen

München – Nur 14 Prozent der Bayern würden die SPD wählen. Das geht aus dem „Bayerntrend“ hervor. Ein brutaler Schlag für die leiderprobten Genossen.

Florian Pronold hat einen gewissen Abstand zum Debakel: Noch weilt der bayerische SPD-Chef weit entfernt in Sri Lanka im Urlaub. Erst kommende Woche findet er sich zur Klausur der Landtagsfraktion im Kloster Irsee auf dem Boden der Realität wieder. Schwäbischer Schnee und ein eiskalter politischer Wind. Nur 14 Prozent der Bayern geben im „Bayerntrend“ des BR-Politikmagazins „Kontrovers“ an, noch SPD zu wählen. „Das ist der schlechteste Wert, den wir jemals gemessen haben“, sagt Redaktionsleiter Andreas Bachmann.

Für die ohnehin leiderprobten bayerischen Genossen bedeutet dieses Ergebnis einen brutalen Schlag. Zum Vergleich: Bei der Wahl 2013 holte Spitzenkandidat Christian Ude 20,6 Prozent. In den Umfragen anderer Institute lag man zuletzt immerhin noch zwischen 16 und 19 Prozent. Andreas Bachmann macht vor allem bundespolitische Gründe für den Absturz verantwortlich, etwa das verspätete Aufspringen Sigmar Gabriels auf das Thema Innere Sicherheit. Denn die Zufriedenheit der Bayern mit der Landes-SPD hat dem „Bayerntrend“ zufolge zugenommen: 34 Prozent bescheinigen ihr gute Arbeit – immerhin ein Plus von sieben Prozentpunkten.

Dennoch dürften die fatalen 14 Prozent im Landesverband ein mittleres Erdbeben auslösen. Pronold hatte im Herbst mutig angekündigt, er wolle sich im Mai erneut dem Landesparteitag zur Wiederwahl stellen. Bereits bei der letzten Wahl 2015 hatte er gegen den ebenso unbekannten wie kernigen Niederbayern Walter Adam mit 63,3 Prozent eine schmerzhafte Ohrfeige kassiert. Seitdem hat sich die Stimmung kaum gebessert: Im September erregte der Landeschef den Zorn der Basis, weil er als einziger bayerischer Delegierter beim Ceta-Kongress der SPD für das Freihandelsabkommen votierte. Auch die Listenaufstellung zur Bundestagswahl sorgte für Ärger, vor allem unter Linken und Jusos. Kurz: Tritt Pronold wirklich wieder an, droht dem 44-Jährigen, den auch nach acht Jahren im Amt nur jeder zweite Bayer kennt, ein Debakel.

Doch wie geht es weiter? Fraktionschef Markus Rinderspacher hat eine Zusammenlegung beider Ämter stets ausgeschlossen. Zuletzt wurde Generalsekretärin Natascha Kohnen als Nachfolgerin Pronolds gehandelt. Mit einer emotionalen Landtagsrede hatte sie bundesweit einen Facebook-Hit gelandet, seit Kurzem sitzt sie im Bundesvorstand. Intern wird spekuliert, es gebe eine Absprache von Pronold und Kohnen. „Eigentlich warten alle nur, dass Natascha springt“, heißt es im Vorstand. Doch Niederschlag findet das überraschenderweise keinen: Bei der Frage, wer die SPD in den Landtagswahlkampf 2018 führen soll, kann die ambitionierte 49-jährige Biologin nach einem intensiven Jahr nicht zulegen.

So führt weiter der Nürnberger OB Ulrich Maly die Reihung an – seine 27 Prozent bedeuten sieben Punkte mehr als im Vorjahr. Problem: Maly hat glaubwürdig versichert, er wolle nicht ins Maximilianeum wechseln. Auf den Plätzen folgen Rinderspacher mit 16 % (+3) und Pronold mit 14 % (+1). Kohnen bleibt unverändert bei fünf. Wer sie nach der künftigen Aufstellung fragt, bekommt nur zurück: „Personaldebatten verändern nicht Umfrageergebnisse.“

Tatsächlich blicken die Bayern nun auf Gabriel. Und nach Schleswig-Holstein und NRW. Dort finden im Mai Wahlen statt – die Nervosität wächst. Noch regieren die Genossen in beiden Ländern. Es gibt viel zu verlieren.

 Mike Schier

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