+
SPD-Vize Ralf Stegner

Ralf Stegner redet Klartext

SPD-Vize will "beinharten Kampf" gegen AfD

Kiel - Klares Gerechtigkeitsprofil und scharfe Abgrenzung zur AfD - darin sieht SPD-Vize Stegner Erfolgsrezepte für seine Partei. Sie habe Fehler gemacht, räumt der Kieler Fraktionschef ein.

Die SPD muss sich nach Ansicht ihres stellvertretenden Vorsitzenden Ralf Stegner stärker und offensiver als Gerechtigkeitspartei profilieren. „Wir sagen nicht erst seit drei Wochen, dass wir für soziale Gerechtigkeit stehen und uns nicht nur um die kümmern, die kommen, sondern auch um die, die da sind“, sagte Stegner der Deutschen Presse-Agentur. „In der Vermittlung müssen wir besser werden. Die Wahlergebnisse zeigen ja auch, dass wir damit vor den jüngsten Landtagswahlen nicht überall durchgedrungen sind.“ Das liege nicht an den Medien, sondern an der Partei. Im Blick auf die nächsten Wahlen in Ländern und im Bund kündigte Stegner einen „beinharten Kampf“ gegen die rechtspopulistische AfD an.

"Müssen Menschen erklären, was wir tun"

„Zu unseren Fehlern gehört auch, dass wir manchmal zu technokratisch auftreten und unsere Politik nicht genug erklären“, sagte Stegner, der in Schleswig-Holstein Landes- und Fraktionschef der SPD ist. „Aber die Wähler lesen nicht alle den „Vorwärts“ und manche gar keine Zeitung“, ergänzte er. „Wir müssen mehr moderne Formen nutzen, um Menschen zu erreichen und ihnen zu erklären, was wir tun und warum.“

„Gerechtigkeits- und Alltagsthemen wie Arbeit, Familie, Gesundheit, Pflege, Rente werden unsere Arbeit bis zur Bundestagswahl prägen.“ Einen politischen Kurswechsel brauche die SPD auch nach den Schlappen in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg nicht. „Die Bundespartei hat ein hervorragendes Wahlprogramm zur Bundestagswahl und wir haben in Berlin eine sehr gute Regierungsbilanz“, sagte Stegner unter Hinweis auf Mindestlohn, Rente mit 63, Frauenquote und Mietpreisbremse. Die Union sei inhaltlich gespalten, während hinter dem Wahlprogramm der SPD alle in der Partei stünden.

Flüchtlingspolitik offensiver vertreten

Die SPD sollte auch ihre Flüchtlingspolitik offensiver vertreten, sagte Stegner. „Taktisches Schwanken bei dem Thema zahlt sich nicht aus - das zeigen die Ergebnisse für die CDU-Spitzenkandidaten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.“ Wer aus Verunsicherung AfD wähle, bleibe für die SPD erreichbar. „Die sind natürlich mitnichten alle rechts.“ Wer im Kern rechtes Gedankengut habe, sei für die SPD aber nicht erreichbar, sagte Stegner. „Hier dürfen wir in der Sache keinen Millimeter Konzessionen machen - da hilft nur harte, klare Abgrenzung.“ Zu Rassisten und Demokratiefeinden gebe es keinerlei denkbare Schnittmengen. „Gegen sie werden wir beinhart und mit großer Konsequenz auftreten.“

Die AfD wolle nicht nur eine andere Flüchtlingspolitik, betonte Stegner. Sie sei keine Partei der kleinen Leute, sondern eine des großen Geldes und der Intoleranz.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zoff zwischen Deutschland und Türkei verschärft sich weiter
Geld für die Rüstung, Kampf gegen den Terror: US-Präsident Trump und seine Nato-Partner haben in Brüssel einige kontroverse Themen zu diskutieren. Beim Bündnis-Treffen …
Zoff zwischen Deutschland und Türkei verschärft sich weiter
Der Kirchentag beginnt in Berlin - Verschärfte Kontrollen
Berlin im Zeichen der Reformation: Zum 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesen werden in der deutschen Hauptstadt Zehntausende Protestanten erwartet. Ein Kirchentag in …
Der Kirchentag beginnt in Berlin - Verschärfte Kontrollen
Bundeswehr-Abzug? Erdogan: „Dann sagen wir eben auf Wiedersehen“
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sieht einem möglichen Abzug der deutschen Soldaten von der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik gelassen entgegen.
Bundeswehr-Abzug? Erdogan: „Dann sagen wir eben auf Wiedersehen“
Treffen mit EU und Nato: Trump im „Höllenloch“ Brüssel gelandet
Vor dem Nato-Gipfel am Donnerstag ist US-Präsident Donald Trump in Brüssel eingetroffen. In einer Stadt, die er wegen der vielen dort lebenden Muslime als "Höllenloch" …
Treffen mit EU und Nato: Trump im „Höllenloch“ Brüssel gelandet

Kommentare