Mehr im Maschinenraum

SPD will kleine Einkommen entlasten - ein Kommentar

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„Besser 25 Prozent auf x als 42 Prozent auf nix“ – so warb Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) seinerzeit für die Abgeltungssteuer. Das war 2009. Das Problem besteht auch heute noch, kommentiert Til Huber.

Kapitalgewinne nicht mehr nach der höheren Einkommenssteuer, sondern pauschal mit 25 Prozent abzugelten, war der Versuch, ins Ausland abgewandertes Kapital zurückzugewinnen. Realpolitisch logisch, aber schon 2009 nicht gerecht.

Die Gerechtigkeitsfrage stellt sich 2017 umso mehr. Dass einige wenige immer reicher werden, während die Mittelschicht Abstiegsängste plagen, treibt die Menschen heute noch stärker als damals um. Der Plan von Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD), auch Kapitalerträge wieder in die Einkommenssteuer einzugliedern, ist deshalb richtig. Zumal es heute dank internationaler Abkommen und Steuerfahndung bessere Möglichkeiten gibt, auch des Auslandskapitals habhaft zu werden.

Fast noch überfälliger ist die ebenfalls geforderte steuerliche Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen. Dahinter stehen Arbeiter, Angestellte, Familien – Menschen im Maschinenraum der Gesellschaft. Sie zu entlasten ist nicht nur gerecht, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Was ihnen bleibt, landet eher nicht auf prall gefüllten Spekulationskonten, sondern fließt meist in den Konsum – und treibt so die Wirtschaft an.

Rubriklistenbild: © Haag

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