+
Laut Statistischem Bundesamt wurden Ende 2013 mehr als zwei Drittel der 2,63 Millionen pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt. Foto: Uli Deck/Archiv

SPD will pflegende Angehörige stärker entlasten

Berlin (dpa) - Die SPD im Bundestag stellt pflegenden Angehörigen eine stärkere Entlastung in Aussicht. "Noch in dieser Legislaturperiode wird es Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf geben", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Karl Lauterbach.

Unter anderem seien über die zum 1. Januar in Kraft getretene Pflegezeit hinaus "besondere Formen der Freistellung" für Angehörige vorgesehen. "Ziel ist es, dass durch die Pflege eines Angehörigen keine Nachteile im Beruf entstehen", erklärte Lauterbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die bestehenden Regelungen sollten außerdem flexibler und unbürokratischer gehandhabt werden.

Schon bisher können Arbeitnehmer bei einem plötzlichen Pflegefall in der Familie kurzfristig zehn Tage lang pausieren. Seit Jahresanfang wird in dieser Zeit auch ein Lohnersatz gezahlt, außerdem gibt es nun einen Rechtsanspruch auf 24 Monate Familienpflegezeit.

Laut Statistischem Bundesamt wurden Ende 2013 mehr als zwei Drittel der 2,63 Millionen pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt. AOK-Chef Jürgen Graalmann hatte am Donnerstag vorgerechnet, die gesellschaftliche Wertschöpfung der pflegenden Angehörigen belaufe sich auf mindestens 29 Milliarden Euro pro Jahr. Die Bundesregierung müsse sie dabei viel besser unterstützen. "Wir haben diesbezüglich wirklich große Probleme", räumte Lauterbach ein.

Vertreter von Pflege, Wirtschaft und Politik beraten derzeit in Berlin auf dem Deutschen Pflegetag über aktuelle Herausforderungen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Landtagsausschuss für Aufhebung der Immunität von AfD-Chefin Petry
Wird es jetzt für Frauke Petry ungemütlich? Der zuständige Ausschuss des sächsischen Landtags hat sich am Donnerstagvormittag für die Aufhebung von Petrys Immunität …
Landtagsausschuss für Aufhebung der Immunität von AfD-Chefin Petry
„Wir sind das Volk“: Das entgegnete Angela Merkel am Mittwoch
Angela Merkel muss sich zum Wahlkampfauftakt einiges anhören - auch am Mittwoch in Heilbronn. Die Kanzlerin zeigt sich allerdings durchaus schlagfertig.
„Wir sind das Volk“: Das entgegnete Angela Merkel am Mittwoch
Südkoreas Präsident: Nordkorea nähert sich "roter Linie"
Südkoreas Präsident Moon Jae In will einen neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel um jeden Preis verhindern. Er betont, dass die USA nicht einseitig gegen Nordkorea …
Südkoreas Präsident: Nordkorea nähert sich "roter Linie"
Fox News: Kein Republikaner will Trumps Haltung verteidigen
Die Unterstützung für Donald Trump bröckelt offenbar auch stark innerhalb seiner eigenen Partei. Nach Angaben des rechtskonservativen Senders Fox News, ließ sich kein …
Fox News: Kein Republikaner will Trumps Haltung verteidigen

Kommentare