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Müssen Farbe bekennen im TV-Duell: Kanzlerin Merkel und Herausforderer Peer Steinbrück.

Am Sonntag ist es soweit

SPD setzt große Hoffnungen auf TV-Duell

Berlin - Drei Wochen vor der Bundestagswahl ist die SPD in den Umfragen weit vom erhofften Sieg entfernt. Die Wende soll jetzt das einzige TV-Duell zwischen Herausforderer und Kanzlerin bringen.

„Das Duell wird eine Riesenaufmerksamkeit haben, deshalb ist es natürlich wichtig, ist doch klar“, sagte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel der „Rhein-Zeitung“ (Samstag) aus Koblenz. Er ging davon aus, dass Peer Steinbrück gegenüber CDU-Chefin Angela Merkel ein klares Profil zeigen wird: „Er redet Klartext und eiert nicht herum. Er zeigt klare Kante, und das unterscheidet ihn auch von Frau Merkel.“

Auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, hofft auf einen Schub für ihre Partei. „Im Duell kann Frau Merkel nicht mehr lavieren wie bisher, sie muss endlich Farbe bekennen. Das kann dann noch mal einen richtigen Schub für den Rest des Wahlkampfs geben“, sagte sie der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstag). Noch sei nichts entschieden.

Die kuriosesten Wahlplakate aller Zeiten

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Merkel und Steinbrück treffen am Sonntagabend im einzigen TV-Duell des Wahlkampfs aufeinander. Vier Moderatoren von ARD, ZDF, RTL und ProSieben wollen in der 90-minütigen Live-Sendung vor allem die Kanzlerin aus der Reserve locken. Sie vermeidet im Wahlkampf bisher weitgehend eine harte Konfrontation mit ihren Kontrahenten. Für den Herausforderer ist es eine wichtige Chance, seinen Umfrage-Rückstand zu verringern. Das Duell wird von den vier Sendern ab 20.30 Uhr zeitgleich übertragen.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier setzt ebenfalls darauf, dass das TV-Duell für seine Partei die Wende im Wahlkampf bringen wird. „Frau Merkel kann zum ersten Mal in der Auseinandersetzung um Inhalte nicht ausweichen“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“ (Samstag). Steinbrück werde deutlich machen, „dass da eine Kanzlerin sitzt, die außer bunten Bildern bei Gipfeltreffen nichts will und um sich ein Kabinett versammelt hat, das zur Hälfte schon ausgetauscht werden musste und zur anderen Hälfte angeschossen ist“. Das Duell vor einem Millionenpublikum sei „ein wichtiges Zwischenziel“ auf dem Weg zum erhofften Wahlerfolg.

Allerdings rechnen nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ 62 Prozent der Bundesbürger damit, dass Merkel das Duell für sich entscheiden wird. Nur 16 Prozent rechnen mit einem Erfolg Steinbrücks. Selbst bei den SPD-Wählern sind dem Bericht zufolge 42 Prozent davon überzeugt, dass Merkel als Gewinnerin aus der Fragerunde hervorgehen wird, 36 Prozent setzen auf Steinbrück. 54 Prozent der Befragten gaben an, sich die Sendung anschauen zu wollen.

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Die Grünen fordern Steinbrück auf, vor allem beim Thema soziale Gerechtigkeit klare Kante zu zeigen. Ihre Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt sagte der „Bild am Sonntag“: „Sieben Millionen Menschen verdienen in Deutschland weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Viele brauchen zwei oder drei Jobs, um leben zu können. Diese soziale Ungerechtigkeit muss Steinbrück deutlich machen und Alternativen aufzeigen.“ Steinbrück werde sicher klar machen, „dass es nicht ausreicht, wie Frau Merkel im Fernsehen nur nett zu lächeln und zu behaupten, es geht uns doch allen irgendwie gut“.

dpa

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