"Spiegel"-Bericht

Nato könnte Baltikum nicht vor Russland schützen

Brüssel - Die Nato sieht sich offenbar bei einer etwaigen russischen Bedrohung nicht in der Lage, die drei baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland mit konventionellen militärischen Mitteln zu schützen.

Dies geht einem Bericht des „Spiegel“ zufolge aus einer Einschätzung des Bündnisses für den Fall einer russischen Aggression hervor. „Russlands Fähigkeit und Absicht, ohne große Vorwarnung bedeutsame Militäraktionen zu unternehmen, stellt eine weitreichende Bedrohung für den Erhalt von Sicherheit und Stabilität in der Euro-Atlantischen Zone dar“, heißt es dem „Spiegel“ zufolge im Entwurf eines Papiers des Nato-Verteidigungsplanungsausschusses.

Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf „eingeweihte Kreise in der Nato und in der Bundesregierung“. „Russland ist fähig, kurzfristig und an beliebigem Ort eine militärische Bedrohung von lokaler oder regionaler Größe aufzubauen“, heiße es in dem Papier. Die Nato habe Fähigkeiten zum Kampf „in konventionellen, großangelegten, hoch-intensiven Konflikten in Europa“ verringert.

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski forderte Militärpräsenz der Nato in seinem Land: „Es gibt Basen in Großbritannien, Spanien, Deutschland, Italien und der Türkei. Das sind sichere Plätze. Doch da, wo Basen wirklich nötig wären, gibt es sie nicht.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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