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Sebastian Kurz (l.), Bundeskanzler von Österreich, und Verteidigungsminister Mario Kunasek geben eine Pressekonferenz aus Anlass eines Spionagefalls im Bundesheer.

Krise bahnt sich an

Spionagefall erschüttert Österreich: Russland soll jahrzehntelang Bundesheer ausspioniert haben

Spionageverdacht in Österreich: Putins Russland soll jahrzehntelang das Bundesheer ausspioniert habe. Es bahnt sich eine Krise an.

20 Jahre lang soll ein Offizier, der mittlerweile in Ruhestand ist, im Auftrag von Russland das österreichische Bundesheer ausspioniert haben. Kanzler Sebastian Kurz sagte am Freitag, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen habe. „Spionage ist inakzeptabel und russische Spionage in Europa ist auch inakzeptabel“, so Kurz. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, werde dies "das Verhältnis zwischen Russland und der Europäischen Union nicht verbessern", fügte er hinzu. Der Offizier soll für seine Spionagetätigkeit gut 300.000 Euro bekommen haben, berichtete die „Kronen Zeitung“.

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Österreichs Außenministerin sagt Reise nach Russland ab

Der Hinweis auf den Spion kam offenbar von einem ausländischen Geheimdienst. Österreich ergriff bereits Konsequenzen: Wegen des Falls sei der Geschäftsträger der russischen Botschaft einbestellt worden, teilte das Außenministerium mit. Die geplante Reise von Außenministerin Karin Kneissl nach Moskau sei außerdem abgesagt worden. Ein Sprecher des russischen Außenministeriums sagte, dass Moskau seinerseits in dem Fall den österreichischen Botschafter einberufen habe.

Anders als viele andere EU-Staaten hatte Österreich im Zusammenhang mit der Skripal-Affäre in Großbritannien im März noch diplomatische Maßnahmen gegen Russland abgelehnt, weil es nach eigenen Angaben Gesprächskanäle nach Moskau offen halten wollte. Im August hatte die Anwesenheit von Russlands Präsident Wladimir Putin bei der Hochzeit von Außenministerin Kneissl für Aufsehen gesorgt.

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Russischer Außenminister ist „unangenehm überrascht“

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte Medienberichten zufolge: „Ich war von diesen Informationen unangenehm überrascht.“ Die Regierung in Wien hätte entsprechend den diplomatischen Gepflogenheiten die Vorwürfe direkt an Russland richten sollen.

Der Vizechef des Auswärtigen Ausschusses der Duma, Alexej Tschepa, erklärte, der Fall werde die freundschaftlichen Beziehungen zu Österreich kaum fördern. Ein Mitglied des russischen Verteidigungsausschusses im Föderationsrat forderte Österreich auf, die Informationen über die Enthüllung offenzulegen. „Vielleicht ist es auch eine Falschinformation“, sagte Franz Klinzewitsch.

dpa/afp

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