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Harald Vorleuter während der Gerichtsverhandlung im Jahr 2009.

Hohlmeier-Vertrauter will neuen Job

Ein Spitzenbeamter will’s noch mal wissen

München - Kultusminister Ludwig Spaenle steht vor einer schwierigen Personalentscheidung: Ein einstiger Vertrauter von Ex-Kultusministerin Monika Hohlmeier hat sich für eine Spitzenposition im bayerischen Gymnasial-Schulwesen beworben.

Spaenle und Hohlmeier sind bis heute verfeindet. Nun hat sich nach Informationen unserer Zeitung ein enger Vertrauter der Ex-Ministerin für eine Spitzenposition im bayerischen Gymnasial-Schulwesen beworben. Harald Vorleuter (55), derzeit Leiter des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums Bad Tölz, will in die Stelle des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Niederbayern aufrücken. Das Kultusministerium dementiert das auf Anfrage nicht. Die Stelle sei derzeit unbesetzt, bestätigt Pressesprecher Ludwig Unger. „Kultusminister Ludwig Spaenle wird in absehbarer Zeit eine Entscheidung treffen.“

Der bisherige Ministerialbeautragte, Klaus Drauschke, wurde erst kürzlich verabschiedet. Dass das Ministerium sich nicht schon, wie eigentlich üblich, zum Zeitpunkt der Verabschiedung Anfang Februar auf einen Nachfolger festgelegt hatte, zeigt schon, wie schwierig die Personalie ist. Die Ministerialbeauftragten in den Regierungsbezirken üben die Schulaufsicht über die Gymnasien aus und gelten formell als Außenstelle des Kultusministeriums.

Harald Vorleuter hat eine wechselvolle Karriere hinter – und vielleicht auch noch vor sich. Er fiel einst als Leiter des Kulmbacher Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums mit glänzenden Leistungen auf und wurde nach München ins Kultusministerium geholt. Dort avancierte er zum Büroleiter und engsten Vertrauten von Monika Hohlmeier. Doch mit dem Rücktritt der Ministerin wegen der CSU-Affäre – in die Vorleuter nicht involviert war – sank auch sein Stern. Er hatte sich als Geschäftsführer einer „Task Force“ zur Vorbereitung der Fußball-WM 2006 von BMW zu einer glamourösen Reise zu einem Formel 1-Rennen in Monaco überreden lassen – Übernachtung auf einer Luxus-Jacht inklusive. Wegen Vorteilsannahme im Amt erhielt er vom Amtsgericht München eine Verurteilung zu einer Geldstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Vorleuter rückte im Ministerium ins zweite Glied, er wurde Referatsleiter für Sport.

Dort hielt es ihn nur bis 2011. Dann übernahm Vorleuter die Stelle eines Schulleiters am Tölzer Gymnasiums. Seine fachlichen Beurteilungen sollen bestens sein – und deshalb hat das Ministerium mit seiner jetzigen Bewerbung ein Problem. Sollte Vorleuter gegenüber den offenbar schlechter beurteilten Mitbewerbern ins Hintertreffen geraten, könnte er eine Konkurrentenklage einreichen.

Dirk Walter

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