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Carles Puigdemont.

„Vom Herzen Europas in die Welt“

Spitzenkandidat bei der Europawahl - Puigdemont hat einen neuen Plan

Carles Puigdemont will auf einem neuen Weg für ein unabhängiges Katalonien eintreten: Der Politiker möchte ins Europaparlament einziehen.

Update vom 10. März: Der in Brüssel im Exil lebende katalanische Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont will seinen Kampf um ein von Spanien unabhängiges Katalonien vom Europäischen Parlament aus fortsetzen. Der 56 Jahre alte Politiker und Ex-Journalist gehe bei der Europawahl am 26. Mai als Spitzenkandidat des separatistischen Bündnisses JuntsxCat (Gemeinsam für Katalonien) ins Rennen, teilte die Präsidialministerin und Sprecherin der katalanischen Regierung, Elsa Artadi, am Sonntag vor Journalisten in Barcelona mit.

„Es ist Zeit, einen neuen Schritt hin zur Internationalisierung des Rechts Kataloniens auf Selbstbestimmung zu machen: Direkt vom Herzen Europas in die ganze Welt“, postete Puigdemont auf Twitter nach einer Versammlung des Parteirates seiner PDeCAT. Mit Puigdemont als Spitzenkandidat werde die Unabhängigkeitsbewegung „eine freie Stimme haben“, betonte Artadi. Europa müsse wissen, dass die Separatisten von Spanien „unterdrückt“ würden.

Hier finden Sie die aktuellen deutschen Umfragen zur Europawahl.

Puigdemont gründet neue katalanische Separatisten-Bewegung

Barcelona - „Wir haben nicht aufgegeben und werden das auch in Zukunft nicht tun“, sagte Puigdemont am Samstagabend aus seinem Exil in Brüssel per Videoschaltung den Teilnehmern des Gründungsparteitages in Manresa unweit von Barcelona.

An der Zeremonie zur Gründung der „Crida Nacional per la República“ (Nationaler Ruf nach der Republik) nahmen am ersten Jahrestag der Verabschiedung eines Unabhängigkeitsbeschlusses durch das katalanische Parlament rund 6000 Menschen teil, unter ihnen der amtierende Regionalpräsident Quim Torra. Die Organisation soll Separatisten verschiedener Parteien vereinen und auf die Gründung einer katalanischen Republik hinarbeiten. Erklärtes Ziel ist es auch, an Wahlen teilzunehmen.

Puigdemonts Bewegung hat nach eigenen Angaben 9500 sogenannte „Gründungsmäzene“, die mindestens fünf Euro eingezahlt haben, sowie rund 51 000 Mitglieder. Zahlreiche Politiker von Puigdemonts liberaler Partei PdCat schlossen sich der Bewegung aber nicht an, weil sie gemäßigtere Positionen vertreten.

Nach dem verfassungswidrigen Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 und einem anschließenden Abspaltungsbeschluss hatte die Zentralregierung Puigdemont im Herbst 2017 abgesetzt und Katalonien unter Zwangsverwaltung gesetzt. Puigdemont floh ins Exil nach Belgien. Mehrere Politiker der damaligen Regionalregierung und Aktivisten der Bewegung sitzen unterdessen U-Haft und werden sich vor Gericht verantworten müssen.

dpa

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