News-Ticker zum Barcelona-Terror: Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen

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Diese Aufnahme soll die Sprengung des Gefängnisses in Palmyra zeigen.

Dschihadistenmiliz

IS sprengt berüchtigtes Gefängnis von Palmyra

Palmyra - Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben von Aktivisten das berüchtigte Gefängnis in der syrischen Oasenstadt Palmyra gesprengt.

Die Islamisten hätten einen Großteil der Haftanstalt mit Hilfe von Sprengsätzen zerstört, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mit. Die syrische Luftwaffe tötete der Nichtregierungsorganisation zufolge im Norden und Nordwesten des Landes unterdessen mehr als 90 Zivilisten.

Im Internet kursierten Fotos von der Zerstörung des Gefängnisses, die offenbar von den Dschihadisten stammten. Die IS-Miliz hatte das in der Wüste gelegene Palmyra mit seinen antiken Kulturschätzen am 21. Mai vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Das dortige Gefängnis gilt als Symbol für die Brutalität des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und vor allem seines Vorgängers und Vaters Hafis al-Assad. Dieser ließ dort in den 1980er Jahren hunderte Häftlinge töten.

Über Jahre wurden in Palmyra politische Gefangene festgehalten und gefoltert. Seit Beginn des Aufstands gegen Baschar al-Assad und seine Regierung im Jahr 2011 waren dort vor allem Abtrünnige und Deserteure untergebracht. Vor dem Fall Palmyras wurden diese der Beobachtungsstelle zufolge in andere Gefängnisse des Landes verlegt.

Die Exilopposition, die sowohl Assad als auch den IS bekämpft, bedauerte die Zerstörung des Gefängnisses. Im Kurzmitteilungsdienst Twitter kritisierte der Oppositionelle Mohammed Sarmini, dass damit der "Beweis für die Verbrechernatur des Assad-Clans" beseitigt werde.

Fassbomben töten viele Zivilisten

Wie die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle mitteilte, warfen Armeehubschrauber am Samstag Fassbomben auf die von der IS-Miliz kontrollierte Ortschaft Al-Bab und den Osten der Stadt Aleppo ab. Dabei seien insgesamt 71 Zivilisten, darunter auch Kinder, getötet worden.

Al-Bab liegt rund 40 Kilometer nordöstlich von Aleppo, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden des Landes. Beim Bombardement eines belebten Markts in der Ortschaft seien mindestens 59 Menschen getötet worden, erklärte die Beobachtungsstelle.

Beim Angriff auf das von Rebellen kontrollierte Stadtviertel Al-Schaar im östlichen Teil Aleppos wurden demnach zwölf Menschen getötet, darunter acht Mitglieder einer Familie. Auf einem Bürgersteig in Al-Schaar waren Leichen unter schwarzen Decken aufgereiht, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Ebenfalls am Samstag bombardierten Flugzeuge den Angaben zufolge zwei Dörfer in der Bergregion Dschabal al-Sawija in der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes. In der Ortschaft Baljun gab es demnach 19 Tote, in einem anderen Dorf wurde eine Frau getötet.

Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Informanten in Syrien stützt, können von unabhängiger Seite in der Regel nur schwer überprüft werden.

Fassbomben sind mit Sprengstoff und Metallsplittern gefüllte leere Ölfässer, deren Abwurf über bewohntem Gebiet wiederholt von Menschenrechtsgruppen und in einer UN-Resolution verurteilt wurde. Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, kritisierte die "wahllose Tötung" syrischer Bürger durch die Luftangriffe am Sonntag erneut als "völlig unannehmbar".

Die syrische Regierung bestreitet den Einsatz von Fassbomben. Der Bürgerkrieg in Syrien dauert inzwischen mehr als vier Jahre. Mehr als 220.000 Menschen wurden in dem Konflikt bereits getötet.

afp

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