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Sri Lanka droht Hungerkrise - UN schlagen Alarm

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Auf der Straße protestieren Menschen in Sri Lanka gegen die Regierung
Seit Monaten protestieren Menschen in Sri Lanka gegen die Regierung. © IMAGO/Tharaka Basnayaka

Sri Lanka befindet sich seit Monaten in einer schweren Wirtschaftskrise. Durch die gestiegenen Weltmarktpreise droht nun eine nationale Hungerkrise.

Genf - Die schlimmste Wirtschaftskrise in Sri Lanka seit der Unabhängigkeit 1948 verschärft nach Angaben der Vereinten Nationen eine sich anbahnende Hungerkrise. Das UN-Nothilfebüro (OCHA) veröffentlichte am Freitag in Genf einen dringenden Spendenappell. Nötig seien 47 Millionen Dollar (gut 44 Millionen Euro). Sri Lanka war zuvor zehn Jahre lang auf gutem Entwicklungsweg und benötigte keine humanitäre UN-Hilfe.

Nach einem Einfuhrverbot für chemische Düngemittel im vergangenen Jahr sei aber nun nur halb so viel geerntet worden wie zuvor, sagte ein Vertreter der UN-Agrarorganisation (FAO), der per Video aus der Hauptstadt Sri Lankas, Colombo, zugeschaltet war. Nach UN-Angaben verschärfen dazu die hohen Weltmarktpreise für Getreide die Lage. Sie sind infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stark gestiegen.

Etwa 5,7 Millionen Menschen benötigen nach UN-Schätzungen Unterstützung. Das ist gut ein Viertel der Bevölkerung. 17 Prozent der Kinder unter fünf Jahren seien zu klein für ihr Alter, sagte eine Vertreterin des Welternährungsprogramms (WFP). 70 Prozent der Haushalte hätten die Verpflegung reduziert, berichtete das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Aus Verzweiflung brächten Familien Kinder, die sie nicht mehr ernähren können, in Kinderheime, aber die Lebensbedingungen dort seien ebenfalls schlecht, sagte ein Unicef-Vertreter in Colombo. In solchen Heimen lebten bereits mehr als 10 000 Kinder. (dpa)

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