Zahl der Haushalte gering gesunken

Staat muss mehr Geld für Hartz IV zahlen

Berlin - Trotz guter Beschäftigungslage und Konjunktur muss das Finanzministerium mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger zahlen. Insgesamt sind 700 Millionen Euro nötig, um die Ausgaben zu decken.

Die Kosten für Hartz-IV-Leistungen steigen in diesem Jahr trotz guter Beschäftigungslage und Konjunktur etwas stärker als erwartet. Zur Deckung der Mehrausgaben sei eine außerplanmäßige Ausgabe von 700 Millionen Euro fällig, bestätigte ein Sprecher des Finanzministeriums am Sonntag einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Die Extrakosten beliefen sich auf rund zwei Prozent.

Die Bundesregierung hatte bei der Etataufstellung erwartet, dass die Zahl der Hartz-IV-Haushalte wegen der guten Konjunktur weiter sinkt. Tatsächlich lag sie nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) Ende Oktober bei rund 3,28 Millionen.

Fast jeder vierte Neu-Arbeitslose in Deutschland ist wegen unzureichender Absicherung von Anfang an auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Dies betraf im vorigen Jahr laut BA-Statistik 23,3 Prozent der 2,74 Millionen neu gemeldeten Arbeitslosen, berichtete die Chemnitzer „Freie Presse“ (Samstag) unter Berufung auf Angaben der Linken-Fraktionsvize im Bundestag, Sabine Zimmermann. 2008 hätten 21,5 Prozent der Neu-Arbeitslosen Hartz IV bezogen.

Das höchste Risiko tragen demnach offenbar Leiharbeiter: Mehr als jeder Dritte (36,4 Prozent), der gerade den Job in einer Zeitarbeitsfirma verloren hatte, war 2012 gleich auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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