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Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt gegen die Präsidentin des Bundesamtes, Jutta Cordt und drei weitere Mitarbeiter des Bamf.

Bamf-Affäre beschäftigt nun Ermittler

Staatsanwalt ermittelt offenbar gegen Bamf-Chefin - Weitere brisante Mail geleakt

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Der Bamf-Skandal beschäftigt nun auch die Ermittler: Bamf-Chefin Cordt gerät weiter unter Druck. Unterdessen ist weiteres internes Material an die Öffentlichkeit gedrungen.

Nürnberg/Berlin - Der Skandal um die Asylvergabe-Praxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wird nun auch strafrechtlich brisant: Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt jetzt gegen die Präsidentin des Bundesamtes, Jutta Cordt, und drei weitere Mitarbeiter aus der Leitung des Bamf. Das hat der leitende Oberstaatsanwalt Stephan Popp am Dienstag der Bild-Zeitung bestätigt. Dem Bericht zufolge wird Cordt der „Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt“ verdächtigt.

„Sie sind schon eine tapfere Kollegin...“

Kurz zuvor hatte bereits ein weiterer heikler Bericht zusätzliches Feuer in die Affäre gebracht. Nach Informationen des Spiegel hatte am 8. Mai Cordts Vorgänger Frank-Jürgen Weise auf eine E-Mail der bayerischen Beamtin Josefa Schmid geantwortet. Schmid hatte mehrfach versucht, auf Missstände hinzuweisen - Gerüchten zufolge unter anderem mit einer SMS an Innenminister Horst Seehofer (CSU). 

Seehofer hatte nach eigenen Angaben allerdings keine Kenntnis von einer solchen Kurznachricht. Schmid war nach vergleichweise kurzer Zeit wieder aus ihrer Position in der Bremer Außenstelle zurück nach Bayern versetzt worden.

Lesen Sie auch: Nicht nur Bremen - Bamf-Skandal könnte sich massiv ausweiten

Ex-Bamf-Chef Weise bot dem Bericht zufolge Schmid zwar Hilfe an - versuchte offenbar aber explizit Cordt aus der Schusslinie zu halten. "Sie sind schon eine tapfere und gute Kollegin", zitiert das Nachrichtenmagazin aus einer E-Mail Weises an Schmid, die mittlerweile angeblich auch in Behördenkreisen kursiert. "Soll ich mich einschalten?", fuhr der Ex-Bamf-Chef demnach fort.

Wollte Weise seine Nachfolgerin schützen?

Allerdings habe Weise eine Bedingung gestellt: „Ich möchte nicht, dass Frau Cordt beschädigt wird." Schmid äußerte sich auf Anfrage des Spiegel nicht zu dem Vorgang.

Dafür bekräftigte Weise seine Sichtweise: Er sprach sich dagegen aus, seiner Nachfolgerin Jutta Cordt die Verantwortung für die Affäre um mutmaßlich unzulässig ausgestellte Asylbescheide zuzuschieben. „Es wäre unfair und auch unzulässig, ihr Vorfälle anzulasten, die lange vor ihrer Verantwortungsübernahme im Bamf geschehen sind“, teilte Weise laut Spiegel mit.

Kritik an früheren Leitern des Bamf

In der Bamf-Außenstelle in Bremen sollen Mitarbeiter zwischen 2013 und 2016 mindestens rund 1200 Flüchtlingen ohne ausreichende rechtliche Grundlage Asyl gewährt haben.

Das Amt brauche „jetzt eine klare und konsequente Führung - und keine Demontage durch Geister von vorgestern“, so Weise weiter. Gleichzeitig übte er Kritik an seinen Vorgängern. „Es war die frühere Führung des Bamf, die den Zustand der Behörde zu verantworten hatte, als ich dorthin gerufen wurde.“

Der inzwischen pensionierte Behördenmanager hatte von September 2015 bis Ende 2016 gleichzeitig die Bundesagentur für Arbeit und das Bamf geleitet. Cordt war Anfang 2017 an die Spitze der Behörde gerückt.

Lesen Sie auch: Seehofer unter Druck - aber wer trägt eigentlich die Schuld am Skandal?

fn/dpa

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