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Jürgen Möllemann starb vor zehn Jahren.

Zehn Jahre nach seinem Tod

Abschiedsbrief Jürgen Möllemanns aufgetaucht

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Münster - Vor seinem mysteriösen Tod vor zehn Jahren bei einem Fallschirmsprung hat Jürgen Möllemann seinem Parteifreund Wolfgang Kubicki eine Mischung aus Abschiedsbrief und Testament gegeben.

Möllemann habe den Brief im April 2003 persönlich an Kubicki mit der Aufforderung übergeben, ihn nach seinem Tod zu öffnen, berichtete die "Bild"-Zeitung. Der Brief sei auf den 17. Mai 2003 vordatiert gewesen. Kubicki sagte dem Blatt, er habe das Schreiben noch am Abend von Möllemanns Tod geöffnet. „Ich hatte in dem Brief mit Hinweisen darauf gerechnet, von wem er sich bedroht und verfolgt fühlte. Und was die Gründe dafür waren.“

Laut der "Bild" beschreibt Möllemann in dem vertraulichen zweiseitigen Schreiben zunächst seine "innere Unruhe". "Er dachte, man wolle ihm ans Leder", erinnert sich der Fraktionsvorsitzende der schleswig-holsteinischen FDP. Grund war wohl der Ausschluss aus der Fraktion nach der Affäre zur Bundestagswahl 2002. Dabei ging es um anti-israelische Handzettel, deren Druck Möllemann von seinem eigenen Luxemburger Konto mit 1,2 Millionen Euro finanziert hatte.

Der Ex-Vizekanzler verfügt in dem Brief seine Ehefrau Carola zur Erbin. Weiterhin ging es um Geschäfte Möllemanns in Turkmenistan und Teheran sowie um Dokumente, die in Gran Canaria und Luxemburg deponiert waren.

Möllemann war am 5. Juni 2003 bei einem Fallschirmsprung ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft Essen hatte bei ihren Ermittlungen nicht klären können, ob es Selbstmord oder ein Unfall war. „Die Frage Freitod oder Unglück bleibt völlig offen“, hieß es damals. Hinweise auf eine Manipulation durch Dritte hatten die Ermittler nicht gefunden. Am Tag des tödlichen Absprungs hatten Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung die Wohnräume Möllemanns in Münster durchsucht. Gegen den Politiker liefen mehrere Ermittlungsverfahren in einer Spendenaffäre.

Für die Staatsanwaltschaft Essen ist ein der Brief kein Anlass für neue Ermittlungen zum Tod des FDP-Politikers vor zehn Jahren. „Das spielt für uns keine Rolle. Der Brief ist ja nicht einmal vollständig veröffentlicht“, sagte Behördensprecher Wilhelm Kassenböhmer am Mittwoch.

dpa/hn

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