Verdacht der Untreue

Staatsanwalt: Ermittlungen gegen CSU-Abgeordneten?

Memmingen/Bad Wörishofen - Amtshandlungen aus seiner Zeit als Bürgermeister von Bad Wörishofen könnten für den CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek ein gerichtliches Nachspiel haben.

Dem CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek droht ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Untreue. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob er als Bürgermeister von Bad Wörishofen zu Unrecht auf Fremdenverkehrsbeiträge der Therme verzichtet hatte.

Amtshandlungen aus seiner Zeit als Bürgermeister von Bad Wörishofen könnten für den CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek ein gerichtliches Nachspiel haben. Die Staatsanwaltschaft Memmingen will gegen den 50-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Untreue zum Nachteil des Unterallgäuer Kurortes einleiten. Dabei geht es um die Frage, ob in Bad Wörishofen zu Unrecht darauf verzichtet wurde, von der Therme Fremdenverkehrsbeiträge zu erheben, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte.

Weil Holetschek als Abgeordneter Immunität genießt, wurde der Landtag informiert. Holetschek sagte am Montag, er unterstütze die Aufklärung. „Es ist wichtig, standortsichernde Maßnahmen für Kurorte und Heilbäder verantwortungsvoll zu gestalten und nachvollziehbar offenzulegen.“ Der Jurist ist auch Vorsitzender des Bayerischen Heilbäderverbandes.

Medienberichten zufolge wird in der Kneippstadt seit Monaten darüber gestritten, ob Holetschek als Bürgermeister (2002 bis 2013) zu wenig Beiträge von der Therme - ein Besuchermagnet der Stadt - eingefordert hat. Dabei könnte der Stadt ein Schaden von knapp 700 000 Euro entstanden sein. Zur Frage, ob der damalige Rathauschef seine Pflichten verletzt hat, sollen inzwischen zwei von der Stadt und von Holetschek in Auftrag gegebene Gutachten existieren, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

dpa

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