+
Umweltminister Marcel Huber.

Streit schwelt schon lange

Regierung gegen Ausbau des Akw Grundremmingen

München - Der Streit schwelt schon lange: Trotz des Atomausstiegs soll im AKW Gundremmingen mehr Strom produziert werden. Umweltschützer laufen Sturm. Nun äußert sich auch die Regierung kritisch.

Die bayerische Staatsregierung geht erstmals auf Distanz zu der geplanten Leistungserhöhung im Atomkraftwerk Gundremmingen (Landkreis Günzburg). Der Antrag der Betreiber auf eine erhöhte Stromproduktion setze „ein politisch falsches Signal - gerade in Zeiten der Energiewende“, erklärte Umweltminister Marcel Huber (CSU) am Dienstag in München. „Deshalb steht für mich hinter der Leistungserhöhung ein großes Fragezeichen.“ Die Zukunft liege in den erneuerbaren Energien.

Huber appellierte an die Betreiber, auf die geänderte Situation zu reagieren. Der Antrag der Energiekonzerne RWE und Eon stamme noch aus der Zeit vor der Entscheidung über den Ausstieg aus der Atomenergie. Dennoch müsse der Antrag selbstverständlich nach Recht und Gesetz geprüft werden. „Das Verfahren ist noch lange nicht abgeschlossen. Auch die Stellungnahme des Bundes steht noch aus“, betonte der CSU-Politiker.

Das Genehmigungsverfahren beim bayerischen Umweltministerium läuft bereits seit mehr als zehn Jahren. Nach den Betreiberplänen könnte die Leistung in den beiden Blöcken des Atomkraftwerks um jeweils gut 20 Megawatt gesteigert werden.

Umweltschützer laufen dagegen seit langem Sturm. Sie hatten bereits im Sommer 7000 Protestunterschriften im Landtag übergeben. Am Dienstagnachmittag sollten dort weitere 20 000 Unterschriften an Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) überreicht werden. Die schwäbische Bürgerinitiative „Forum - Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik“ erklärte: „Wenn diesen atomaren und energiepolitischen Wahnsinn alle Bürger verstünden, würden sie Seehofer zum Stoiber aufs Altenteil schicken.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

FDP-Chef Lindner stellt türkische Nato-Zugehörigkeit infrage
Berlin (dpa) - Angesichts des Streits zwischen Berlin und Ankara über den Besuch deutscher Abgeordneter bei den Bundeswehr-Soldaten in Incirlik stellt FDP-Chef Christian …
FDP-Chef Lindner stellt türkische Nato-Zugehörigkeit infrage
Manchester-Anschlag: Warum sich viele Briten Bienen-Tattoos stechen lassen
Schon wieder hat ein Selbstmordanschlag die Welt erschüttert: Am Montag riss ein Attentäter 22 Menschen in den Tod, darunter viele Kinder. Die Polizei meldet mehrere …
Manchester-Anschlag: Warum sich viele Briten Bienen-Tattoos stechen lassen
Scharfe Kritik an Untätigkeit der G7 in Flüchtlingskrise: „Skandal“
Entwicklungsorganisationen haben die Staats- und Regierungschefs der sieben reichen Industrienationen wegen Untätigkeit in der Flüchtlingskrise scharf kritisiert.
Scharfe Kritik an Untätigkeit der G7 in Flüchtlingskrise: „Skandal“
G7-Gipfel: Streit um Klimapolitik - Einigung mit Trump beim Thema Handel?
Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen tagen an diesem Wochenende in Italien. Wir begleiten den G7-Gipfel 2017 im Ticker. 
G7-Gipfel: Streit um Klimapolitik - Einigung mit Trump beim Thema Handel?

Kommentare