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Die Frontfrau: Oberbürgermeisterkandidatin Kristina Frank will mit einer verjüngten Kandidatenliste das Rathaus erobern.

Aufstellungs-Versammlung 

CSU setzt bei der Kommunalwahl auf jüngeres Personal: Neuer Schwung mit junger Liste

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Stadtratswahl München 2020: Die CSU zieht mit einer vergleichsweise jungen Liste in den Kampf ums Münchner Rathaus. 

München - Kristina Frank ist an diesem Abend omnipräsent, allenthalben lächelt das Konterfei der 38-Jährigen von Plakaten in der Isarpost. Vor dem Eingang parkt das Wahlkampfmobil der Kommunalreferentin, das weiße Radl-Taxi, mit dem sie zu ihrem Bike-Talk einlädt. Die OB-Kandidatin der CSU ist ganz klar die Frontfrau ihrer Partei beim Kampf ums Münchner Rathaus. Und für die Plätze nach der Spitzenkandidatin hat die CSU am Mittwochabend eine Reihung gefunden: die Stadtratsliste. Sie ist vergleichsweise jung und bildet laut Bürgermeister Manuel Pretzl, selbst auf Platz zwei gewählt, die ganze Stadtgesellschaft ab. „Jung und Alt, alle Stadtviertel und die verschiedensten Berufsgruppen“, sagte Pretzl.

Stadtratswahl München 2020: Frank ruft CSU zur neuen München-Partei aus

Hoffnungsträger Alexander Reissl (M.) im Plausch mit Ex-Bürgermeister Josef Schmid (l.) und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner.

Frank rief sogleich die CSU zur neuen München-Partei aus. Dies machte vor allem Pretzl auch an einem Wechsel fest: an dem von Alexander Reissl (Platz zwölf), dem langjährigen Chef der SPD-Stadtratsfraktion – also der Fraktion jener Partei, die die Auszeichnung München-Partei jahrelang für sich in Anspruch genommen hat. Doch das sei sie nicht mehr. Die SPD habe sich vielmehr auf einen Weg gemacht, der stark nach links führe, es drohe eine „Linksfront“ in München, warnte CSU-Bezirkschef Ludwig Spaenle. Kristina Frank sagte: „Wir wollen keine Berliner Verhältnisse und auch nicht solche wie in Bremen.“

Die CSU sei die letzte Volkspartei, eine Partei der bürgerlichen Mitte, die vereinen wolle, anstatt Interessensgruppen gegeneinander auszuspielen. Das gelte beispielsweise für den Verkehr. „Die SPD hat sich dem Kampf der Grünen gegen das böse Auto angeschlossen“, sagte Frank. „Einseitigkeit, Stigmatisierung und Verbote, das ist die Verkehrspolitik von SPD und Grünen.“ Auch beim Thema Mieten und Wohnungsbau sucht die CSU einen eigenen Ansatz. Das Volksbegehren zum Mietenstopp sei Unsinn, „es entsteht dadurch keine einzige neue Wohnung“, sagte Frank. Und nicht jeder Vermieter in München sei ein Miethai. 

Kristina Frank (CSU) vor Stadtratswahl München 2020: „Finger weg von ...“

Ihre Partei sei sehr wohl für Nachverdichtung und höhere Häuser, aber nicht um jeden Preis. „Nur dort, wo es möglich ist, nicht in den Sichtachsen und auch nicht dann, wenn der Charakter eines Viertels nachträglich beeinträchtigt wird“, sagte Frank. „Und Finger weg von unseren Gartenstädten.“ Im Wahlkampf werde man die richtigen Fragen stellen, kündigte Pretzl an. „Und wir werden die richtigen Antworten finden.“ Dies auch mit einer 80-köpfigen Stadtratsliste.

Die CSU setzt auf eine Verjüngung, alte Fahrensmänner wie Richard Quaas, Reinhold Babor, Walter Zöller und Johann Stadler sind wie berichtet nicht mehr dabei. Trotzdem taucht ein Großteil dieser Nachnamen erneut auf der Liste auf. Andreas Babor beerbt beispielsweise seinen Vater auf Rang 19, Matthias Stadler seinen Vater auf Rang 16. Und ein gewisser Christian Zöller, Sohn von Walter Zöller, findet sich auf Platz 42 wieder. Und unter die ersten Zehn haben es neben den erfahrenen Stadträten Evelyne Menges (drei), Hans Theiss (vier), Beatrix Burkhardt (fünf) und Thomas Schmid (sieben) auch vergleichsweise unbekannte Namen wie Veronika Mirlach, Fabian Ewald, Winfried Kaum und Leonhard Agerer geschafft. Die Liste wurde von den 125 Delegierten in Gänze gewählt, 117 stimmten mit Ja. Insgesamt sei man sehr zufrieden, sagte Frank. Und Pretzl ist davon überzeugt, dass diese Liste 2020 „die stärkste Fraktion im Münchner Rathaus stellen wird“. Natürlich dann mit einer Oberbürgermeisterin Kristina Frank. 

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