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Bürgermeisterin Christine Strobl zieht sich aus persönlichen Gründen zurück

Auch Helmut Schmid tritt nicht mehr an 

Nach Strobl-Rückzug: Wer bei der SPD jetzt Verantwortung übernehmen muss 

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Vor der Stadtratswahl 2020 in München: Ist die SPD in Auflösung begriffen? Fraktionschef Alexander Reissl floh zur CSU, Bürgermeisterin Christine Strobl wird nicht mehr kandidieren. 

München - OB Dieter Reiter, Bürgermeisterin Christine Strobl, Fraktionschef Alexander Reissl – das waren lange Zeit die drei Gesichter der SPD im Rathaus. Zum Teil sind sie es noch. Und dass gerade Reissl als Gesicht der Fraktion wahrgenommen wurde, ist möglicherweise auch dem Umstand geschuldet, dass er seine Genossen an der kurzen Leine gehalten haben soll. Sich als weiterer Verantwortungsträger aus der grauen Masse herausschälen, an Profil gewinnen, das war mithin nicht so einfach in der Fraktion.

Dass dies ein Problem werden könnte, offenbart sich nun. Reissl ist zur CSU geflohen, Bürgermeisterin Strobl hat ihren Rückzug angekündigt. Im Wahlkampf nun wird sich viel auf den OB konzentrieren. Und auf die neue Fraktionsspitze, deren Feuertaufe andauert. „Wir sind noch stärker in der Pflicht“, sagt Vize Christian Vorländer. „Wir sind mit krassen Ereignissen konfrontiert, umso mehr wird es nun auf das Team ankommen.“

Stadtratswahl 2020 in München: Bekannte Namen verlassen die SPD

Binnen 56 Stunden hatte sich nach dem Abschied von Reissl eine neue Fraktionsspitze gefunden, Verena Dietl und Christian Müller übernehmen die Führung, Vorländer und Anne Hübner die Stellvertreterposten. „Wir arbeiten im Team, das ist uns ganz wichtig. Und wir leben das auch der Fraktion vor.“

Das Ausscheiden Reissls zu kompensieren, scheint aus Sicht der Genossen gelungen. Der angekündigte Rücktritt Strobls indes, ist schwerer aufzufangen. „Ganz klar“, sagt ein Genosse. „Sie steht nicht mehr auf der Liste, und sie war bekannt und beliebt. Das ist nicht so erfreulich.“ Fraktionschefin Verena Dietl sagte: „Christine Strobl hat einen enormen Bekanntheitsgrad und hat Stimmen gezogen. Ich hoffe, dass wir das ausgleichen können.“ OB Dieter Reiter sprach gestern von einer Zäsur: „Christine Strobl ist seit vielen Jahrzehnten eine der herausragenden Persönlichkeiten nicht nur der SPD, sondern der Münchner Kommunalpolitik. Die Fraktion hat in den letzten Wochen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie jede Veränderung auch als Chance begreift und mit viel Engagement und Elan die wichtigen Themen anpackt.“

Stadtratswahl 2020 in München: Christine Strobl (SPD) kandidiert nicht mehr

Strobl hatte am Donnerstagabend dem Parteivorstand mitgeteilt, nicht mehr zu kandidieren, aus persönlichen Gründe. Die 58-Jährige wird der Partei erhalten bleiben und ihr Amt bis zum 30. April mit voller Energie, wie es heißt, weiterführen. Und sie wird im Wahlkampf helfen. „Es ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt ein Genosse. „Es ist ein großer Verlust auf der einen Seite. Auf der anderen Seite erleichtert es auch den personellen Übergang.“ Am Donnerstagabend hat zudem der ehemalige Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid angekündigt, auch nicht mehr zu kandidieren

Was die SPD aber über den Abschied Strobls hinwegtröstet: Strobl sagt selbst, dass die Fraktion gut aufgestellt sei. Dieses Gefühl habe ihr die Entscheidung erleichtert. Daraus wiederum ziehen die Genossen Kraft. „Das ist nun unsere Verantwortung, Christine Strobl in ihrem Eindruck nicht zu enttäuschen“, sagt Vorländer. „Ich bin der Überzeugung, dass wir am 15. März als Erste über die Ziellinie gehen.“ Fraktionschefin Verena Dietl sagte: „Wir haben gute Leute in der Fraktion, und es kommen auch noch gute Leute nach.“

Gestern hat die SPD im Norden ihre Vorreihung durchgeführt – ohne Strobl. Heute ist Parteitag, bei dem die Genossen das Wahlprogramm aufstellen. Ein Zurück zur Tagesordnung. „Es braucht schon auch Gesichter für eine Wahl“, sagt Dietl. Aber vor allem auch Inhalte. „Es muss deutlich werden, für was wir stehen.“

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