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US-Grenze zu Mexiko: Nun soll sie Gucklöcher bekommen, damit man mit schweren Drogenpaketen werfende Dealer rechtzeitig erkennen kann. Foto: Mike Nelson

Grenze zu Mexiko

"Stahlmauer mit Öffnungen": Trump spezifiziert Mauerpläne

Donald Trump ist für Transparenz - nämlich bei der geplanten Grenzmauer zu Mexiko. Grenzbeamte müssten ins Nachbarland hinüberschauen könnten, um nicht von 30 Kilo schweren Säcken mit Drogen getroffen zu werden, die von Dealern über den Zaun geworfen werden.

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump will die von ihm gewünschte Grenzmauer nach Mexiko durchsichtig gestalten, um die US-Grenzschützer vor schweren Verletzungen zu bewahren.

Grenzbeamte müssten auf die andere Seite blicken können, sagte Trump nach einer vom Weißen Haus veröffentlichten Zusammenfassung eines Gesprächs mit Journalisten an Bord der Air Force One auf dem Flug nach Frankreich.

Die Beamten müssten sehen können, wenn mexikanische Kriminelle 30 Kilogramm schwere Säcke mit Drogen über die Mauer werfen, sagte der US-Präsident. "So verrückt das klingt", fügte er hinzu. "Wenn Dich die Dinger am Kopf treffen? Dann ist es vorbei."

Trump hatte noch im Januar kurz vor seiner Amtsübernahme erklärt: "Es wird kein Zaun, es wird eine Mauer." Jetzt sagte er: "Es könnte eine Stahlmauer mit Öffnungen werden." Fachleute hatten jedoch schon länger erklärt, dass ein Zaun an vielen Stellen die bessere Lösung sei.

Trump hielt auch an seinem Vorschlag fest, die Mauer könnte mit Solarzellen ausgestattet werden, um Energie zu erzeugen. Dies habe er nicht als Witz gemeint. Die Mauer müsse aber nicht durchgehend über den gesamten Grenzverlauf gehen, weil in vielen Bereichen auch natürliche Grenzen den Zweck erfüllen. "Wir haben Berge. Und wir haben Flüsse, die brutal und böse sind."

Deshalb soll die Mauer deutlich kürzer werden als bislang angekündigt. Statt der gesamten, rund 3200 Kilometer langen Grenze, solle die Mauer nur "irgendwas zwischen 700 und 900 Meilen" (rund 1100 bis 1450 Kilometer) abdecken, sagte Trump einer Mitteilung des Weißen Hauses zufolge.

Den geplanten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen begründete Trump indessen indirekt mit dem Wettbewerb auf dem Energiemarkt mit Russland. "Russland macht sein Geld mit dem Verkauf von Öl und wir haben unter uns so viel Öl wie kein anderer", sagte Trump im Gespräch mit Journalisten auf dem Flug von Washington nach Paris.

"Ich möchte das nutzen. Und ich möchte nicht, dass uns das weggenommen wird, durch das Pariser Abkommen", betonte der US-Präsident. "Ich möchte nicht, dass uns irgendjemand sagt, all dieser Reichtum, den die USA unter ihren Füßen haben, den China nicht hat und andere auch nicht, und wir können ihn nicht nutzen."

Die USA seien gesegnet mit Bodenschätzen. "Wir werden noch dieses Jahr zum Exporteur von Treibstoff werden", sagte Trump. Die noch fertig zu bauende Keystone-Pipeline werde das Öl in den Golf von Mexiko bringen. "Und dort sind die Schiffe, um es überall hin zu bringen und mit Russland zu konkurrieren."

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