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Bayerns Innenminister Herrmann stellte am Dienstag das statistische Jahrbuch 2015 für Bayern vor.

Statistisches Jahrbuch 2015

Neuer Geburtenrekord in Bayern: Der Freistaat wächst

München - Auch wenn die hohen Flüchtlingszahlen aus den vergangenen Monaten in der Statistik noch nicht enthalten sind: Bayern wächst weiter. Besonders bei Geburten geht es bergauf.

Bayerns Bevölkerung wächst unaufhörlich weiter: Rund 12,7 Millionen Menschen lebten Ende 2014 im Freistaat, gut 87 000 mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus dem neuen statistischen Jahrbuch hervor, das Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag in München vorgestellt hat. Die Zahl der Geburten stieg demnach um vier Prozent auf rund 114 000 Kinder, das ist die höchste Zahl seit 2001. Dem standen allerdings gut 124 000 Sterbefälle gegenüber. Maßgeblich für das Bevölkerungsplus ist somit die große Zahl der Zuzüge.

Die hohen Flüchtlingszahlen der vergangenen Monate sind in dem Jahrbuch noch nicht enthalten - die Daten geben den Stand von Ende 2014 wider. Insgesamt zogen schon 2014 fast 93 000 mehr Menschen zu als weg, davon gut 60 600 aus EU-Mitgliedstaaten. Wichtigste Herkunftsländer waren Rumänien, Kroatien, Italien, Polen und Ungarn.

Am stärksten wuchs die Bevölkerung in Oberbayern (plus 50 600) und Schwaben (plus 15 000). Unterfranken verzeichnete nur ein Plus von 900 Menschen, in Oberfranken gab es sogar ein kleines Minus von 410 Personen.

Herrmann hob angesichts der zunehmenden Bevölkerungszahl insbesondere den wachsenden Wohnraumbedarf hervor. Der Wohnungsbau legte demnach im Jahr 2014 um zehn Prozent zu: Mehr als 51 500 Wohnungen wurden fertiggestellt. Herrmanns Ziel sind 70 000 neue Wohnungen pro Jahr.

Das statistische Jahrbuch enthält auf mehr als 600 Seiten schier unzählige Daten über den Freistaat. Einige Bereiche im Überblick:

Arbeitsmarkt: „In Bayern haben wir fast Vollbeschäftigung“, betonte Herrmann. Die Arbeitslosenquote sei von 3,8 Prozent im Jahr 2014 mittlerweile auf 3,3 Prozent - so der Stand im November - gesunken.

Wirtschaft: Die Brutto-Wertschöpfung lag in Bayern 2014 bei 470 Milliarden Euro, das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 1,8 Prozent.

Einbürgerungen: 13 200 Menschen bekamen 2014 die deutsche Staatsbürgerschaft, minimal weniger als im Jahr zuvor. Die größte Gruppe (15 Prozent) waren Menschen türkischer Staatsangehörigkeit.

Finanzen: Der Schuldenstand des Freistaats ging laut statistischem Landesamt im Jahr 2014 um rund 2,2 auf 25,3 Milliarden Euro zurück. Die Verschuldung der Kommunen sank auf rund 12,9 Milliarden Euro.

Fahrzeuge: Mehr als 700 000 Fahrzeuge wurden im Jahr 2014 neu zugelassen, darunter 600 000 Autos. Damit waren zum 1. Januar 2015 mehr als 9,4 Millionen Fahrzeuge (7,4 Millionen Autos) zugelassen.

Weitere Zahlen: 62 327 Eheschließungen gab es im Jahr 2014 - und 24 463 Scheidungen. Es gab 12 068 Sportvereine und 25 710 Praxisärzte. In fast 30 Prozent aller Haushalte stand ein Heimtrainer - trotzdem war jeder zweite Erwachsene per Definition übergewichtig. Das durchschnittliche Einkommen im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereiche lag zu Jahresbeginn 2015 bei 3695 Euro im Monat. 85 Prozent der Haushalte besaßen einen Computer, 93 Prozent der Haushalte mindestens ein Handy - im Schnitt waren es genau 1,7.

dpa

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