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Steinbach verlässt die CDU: Was fehlt – und was nicht

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München - Trennungsschmerz beschreibt nicht unbedingt das Ausmaß des Verlustes, sondern oft auch nur die Wut über den Vorgang des Trennens. So ähnlich ist es mit der CDU und Erika Steinbach. Ein Kommentar von Christian Deutschländer.

Die scheidende Abgeordnete nutzt für den Abgang eine möglichst breite öffentliche Bühne und den sensiblen Zeitpunkt einer CDU-Klausur; wie sehr sie fehlen wird, muss differenziert betrachtet werden. Zur letzten Ikone der Konservativen lässt sich Steinbach nämlich nicht hochstilisieren.

Richtig ist: Nationalkonservative wie Steinbach müssen, weil sie im demokratischen Spektrum verankert sein sollten, in den zwei Volksparteien der Union ein Zuhause finden. In der CDU ist das immer schwieriger. Der CDU tat es außerdem gut, eine Funktionsträgerin in der Fraktion zu haben, die die Klappe aufbekommt zu offener Kritik an Merkel. Von vielen Abgeordneten konnte man das in dem Jahr ab Herbst 2015 nicht behaupten. Feig war sie nicht. Was Steinbach aber von einer großen Politikerin unterscheidet, ist der regelmäßig überschäumende Zorn, ja oft Hass in ihren Äußerungen. Die Unversöhnlichkeit, die sie in Teilen ihrer Arbeit als frühere Vertriebenen-Präsidentin leitete, ist auch nicht konservativ, sondern nur vorgestrig. Hier haben sich bessere Nachfolger gefunden, die zusammenführen, nicht spalten.

Der weitere Vorgang ist leicht zu erahnen. Man wird Steinbach nahelegen, ihr Mandat abzugeben. (Warum? Sie gewann ihres direkt, nicht auf Parteilisten.) Sie wird also parteilos im Parlament bleiben, letzte Reihe, und sich irgendwann vielleicht der AfD anschließen. Bis zum nächsten Krach kann sie sich dort zu Hause wähnen. Die CDU wird derweil irgendwas von „Bedauern“ äußern und sich wieder dem Alltag zuwenden. Nach den Abgängen von Friedrich Merz, Roland Koch – das waren echte Kaliber! – und den Machtverlusten in fast allen Ländern ist die CDU beim Trennungsschmerz ja abgestumpft.

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