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Peer Steinbrück

Steinbrück-Erpresser offenbar früherer Zumwinkel-Vertrauter

Berlin - Bei dem Erpresser von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück handelt es sich offenbar um den früheren Büroleiter von Ex-Postchef Klaus Zumwinkel.

 Wie der WDR am Wochenende berichtete, arbeitete der 52-Jährige im Anschluss an seine Tätigkeit bei Zumwinkel bis 2011 als Vorstandsmitglied der Post AG. Der Mann habe sich selbst bei der Bonner Staatsanwaltschaft gemeldet und eingeräumt, das Erpresserschreiben an Steinbrücks Ehefrau verfasst zu haben.

In dem Schreiben hatte der Mann die angeblich illegale Beschäftigung einer Putzfrau im Haushalt der Steinbrücks 14 Jahre zuvor angezeigt und gedroht, diese zu veröffentlichen, sollte Steinbrück nicht seine Kanzlerkandidatur zurückziehen. Der Beschuldigte hatte angegeben, sich zu einem früheren Zeitpunkt über Steinbrück so sehr geärgert zu haben, dass er den Brief geschrieben habe. Angeblich habe er aber nicht mehr vorgehabt, ihn abzuschicken. Der Brief sei unabsichtlich dennoch in die Post geraten. Das Ehepaar Steinbrück schaltete die Behörden ein und wies die Anschuldigungen zurück.

Ob der Beschuldigte überhaupt belangt werden kann, ist laut WDR offen. Erpressung können ihm die Ermittler nach eigenen Angaben nicht vorwerfen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Samstag berichtete, ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der versuchten Nötigung gegen den 52-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass der Mann den Brief allein geschrieben habe. Er wolle nun eine Entschuldigung an das Ehepaar Steinbrück schreiben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise. Der Beschuldigte war demnach bis 2011 bei der Post im Vorstand für das Frachtgeschäft zuständig.

SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte, wenn "der ehemalige Büroleiter des Steuerhinterziehers Klaus Zumwinkel und spätere Post-Vorstand" hinter dem Erpressungsversuch stecken sollte, wäre dies ein "bemerkenswerter Vorgang" und "einmalig in der Geschichte der Bundestagswahlkämpfe". Gabriel brachte den Vorfall damit in Verbindung, dass Steinbrück Steuerhinterziehung konsequent bekämpfen und sehr große Vermögen stärker in die Gemeinwohlpflicht nehmen wolle. "Um das zu verhindern, wird offenbar auch vor Erpressungsversuchen mit erfundenen und unhaltbaren Vorwürfen nicht zurückgeschreckt", fügte Gabriel hinzu.

Zumwinkel war 2008 als Post-Chef zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen ihn Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung aufgenommen hatte. Er hatte mit Hilfe von Stiftungen in Liechtenstein Steuern hinterzogen und musste am Ende 3,9 Millionen Euro nachzahlen, dazu kam eine Geldstrafe von einer Million Euro. Außerdem erhielt er zwei Jahre Haft auf Bewährung.

afp

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