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Klaus Wiesehügel unterstützt Peer Steinbrück beim Wahlkampf.

Gewerkschafter unterstützt SPD

Steinbrücks Schattenkabinett: Wiesehügel dabei

Berlin - Schritt für Schritt stellt SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück jetzt sein Schattenkabinett vor. IG Bau-Chef Wiesehügel - ein Kritiker der SPD-Agenda-Politik - soll die Gewerkschaften wieder mit der SPD versöhnen.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat die ersten drei Mitglieder seines Wahlkampfteams benannt. Die Überraschung: IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel - ein scharfer Kritiker der Sozialpolitik von Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder, wird zuständig sein für Arbeit und Soziales. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann deckt die Innenpolitik ab. Die Berliner Design-Professorin Gesche Joost soll die Themen Netzpolitik und Internet vertreten.

Dies gab die SPD am Freitag in einer Mitteilung bekannt. Einzelne Namen waren zuvor von der „Bild“-Zeitung, der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Welt“ genannt worden.

Der 60-jährige Wiesehügel - ein langjähriges SPD-Mitglied - war von 1998 bis 2002 Bundestagsabgeordneter. In der Partei zählte er mit zu den schärfsten Kritikern der von SPD-Kanzler Gerhard Schröder ab 2003 eingeleiteten Sozialreformen der Agenda 2010. Wiesehügel war damals Mitinitiator eines parteiinternen Mitgliederbegehrens gegen das Reform-Paket. Auch gegen die von der großen Koalition von Union und SPD beschlossene „Rente mit 67“ machte Wiesehügel zusammen mit den anderen DGB-Gewerkschaften massiv Front.

Wiesehügel ist gelernter Betonbauer und arbeitete bis 1974 beim Baukonzern Hochtief. Nach dem Besuch der Sozialakademie in Dortmund wurde er Gewerkschaftssekretär. Seit 1995 führt er die IG Bau.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Oppermann, galt parteiintern schon lange als „gesetzt“ in Steinbrücks Schattenkabinett. „Er steht für eine gleichzeitig liberale wie entschlossene Innenpolitik“, sagte Steinbrück laut Mitteilung. Der 59-jährige Oppermann gehört seit 2005 dem Bundestag an. Zuvor war er Wissenschaftsminister in Niedersachsen und Richter an den Verwaltungsgerichten Hannover und Braunschweig.

Die 1974 geborene Design-Forscherin Joost an der Universität der Künste Berlin entwickelte Forschungs- und Lehrprojekte zu den Themen Mensch-Maschine-Interaktion und zur gesellschaftlichen Partizipation. Steinbrück sagte: „Bei ihr weiß ich Themen wie die gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität oder die Neuregelung des Urheberrechts in guten Händen.“

Steinbrück will bis Juli sein Schattenkabinett schrittweise vorstellen. Es soll zur Hälfte aus Frauen bestehen.

dpa

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