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Die letzten Meter sind die schwersten, sagte Steinmeier bei seiner Ankunft. Foto: Jean-Christophe Bott

Gespräche mit Iran

Steinmeier bei Atom-Verhandlungen: Endspiel hat begonnen

Lausanne - Im Atom-Poker mit dem Iran setzen alle Seiten auf entscheidende Bewegung kurz vor Ende der Frist am 31. März. Der deutsche Außenminister bemüht zur Veranschaulichung der Lage sein Wissen als Wanderer.

Bei den Atomgesprächen mit dem Iran hat nach den Worten von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die entscheidende Phase begonnen. "Nach zehn Jahren, fast zwölf Jahren Verhandlungen mit dem Iran beginnt hier sozusagen das Endspiel", sagte er beim Eintreffen in Lausanne.

Der Ausgang der Gespräche sei ungewiss. "Selbst dann, wenn man das Gipfelkreuz schon vor Augen hat, dann sind die letzten Meter die schwersten, aber eben auch die entscheidenden."

Steinmeier traf sich am Samstag mit US-Außenminister John Kerry, dem französischen Amtskollegen Laurent Fabius und mit Teherans Chefdiplomaten Mohammed Dschawad Sarif. Sarif sprach danach erneut von Fortschritten und gutem Willen. "Deutschland und Frankreich ist sehr ernsthaft an einer Einigung gelegen." 

Zuvor hatte Fabius erklärt, Ziel sei ein "robustes Abkommen". Der Iran habe jedes Recht auf zivile Atomenergie, aber nicht auf eine Atombombe. "Ich bestehe auf Transparenz der Mechanismen und auf Kontrollen, um sicherzustellen, dass die abgemachten Kompromisse eingehalten werden", sagte Fabius.

Es geht darum, dem Iran den Weg zum Bau einer Atombombe zu versperren. Teheran hat diese Absicht stets bestritten und möchte für die Einschränkung seines Atomprogramms die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen erreichen.

Hürden für ein Abkommen sind unter anderem Zahl und Typ der noch erlaubten Zentrifugen zur Urananreicherung sowie die Laufzeit eines Vertrags.

Es wird erwartet, dass am Sonntag die Runde der Außenminister der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) komplett ist. Angestrebt ist bis zum 31. März ein Rahmenabkommen, das Grundlage einer umfassenden Lösung des Atomkonflikts sein soll. Bis Ende Juni sollen alle restlichen Detailfragen geklärt sein. Eine Einigung wäre ein historischer Schritt in den Beziehungen zwischen den USA und dem Iran, die 35 Jahre lang Erzfeinde waren.  

dpa

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